Jamaika - Grüne betonen Kompromissbereitschaft

Berlin (APA/AFP/Reuters) - Vor dem letzten Sondierungswochenende in Deutschland haben sich die Grünen als weiterhin kompromissbereit erklärt...

Berlin (APA/AFP/Reuters) - Vor dem letzten Sondierungswochenende in Deutschland haben sich die Grünen als weiterhin kompromissbereit erklärt. „Es bleibt dabei, dass wir uns der Verantwortung bewusst sind“, sagte Verhandlungsführerin Katrin Göring-Eckardt am Freitag. „Es bleibt dabei, dass wir verhandlungsbereit sind, dass wir kompromissbereit sind.“

Union, FDP und Grüne wollen demnach am Samstag über die schwierigen Themen Asyl- und Klimapolitik sprechen. „Und dann schauen wir, ob wir da weiter gekommen sind“, fügte sagte Göring-Eckardt.

„Für uns ist klar, wir sind uns der staatspolitischen Verantwortung bewusst für unser Land angesichts des letzten Wahlergebnisses mit der AfD im Bundestag“, sagte Grünen-Chef Cem Özdemir. „Deshalb sind wir kompromissbereit, deshalb sind wir bereit, uns zu bewegen. Aber logischerweise muss das für alle gelten, dass man sich bewegt.“

Der Grüne Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, zeigte sich skeptisch, dass eine Einigung beim Streitthema Migration erreicht werden kann. Auf die Frage, ob es bei dem Thema zu einer Verständigung kommen könne, sagte er am Freitagabend: „Das sieht mir gerade im Moment nicht so aus.“

Union, FDP und Grüne hatten ihre Sondierungsgespräche eigentlich in der Gesprächsrunde in der Nacht auf Freitag abschließen wollen. Angesichts zahlreicher Streitpunkte soll nun aber bis Sonntagabend weiter verhandelt werden, bevor über die Aufnahme von Koalitionsgesprächen entschieden werden soll.

Das Ziel müsse lauten, dass Deutschland vier Jahre gut regiert werde „und die Regierung nicht aus der erstbesten Kurve fliegt, wenn es mal Spitz auf Knopf steht“, sagte Özdemir. Mit Blick auf die mühsamen Jamaika-Verhandlungen fügte er hinzu: „Man muss sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

Mehrere Sondierer sprachen sich indes dafür aus, am Sonntagabend jedenfalls eine Entscheidung zu treffen. „Irgendwann ist dann eine Erkenntnis da, soll man es probieren, soll man es nicht probieren“, sagt CDU-Vizechefin Julia Klöckner. Ihr Kollege Thomas Strobl zeigt sich überzeugt davon, dass man trotz der derzeitigen Differenzen bis Sonntagabend ein positives Sondierungsergebnisse haben werde.