Erste Liga

Wattens und Wacker: Nach erstem Semester bleibt die Lust auf mehr

Auch Lufthoheit ist im Fußball ein Faktor – Wattens-Routinier Michael Steinlechner schraubte sich in Linz nach oben (links). Rechts: Zwei, die beim FC Wacker als Topscorer vorangehen – Zlatko Dedic und Florian Jamnig.
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Nach dem 2:0-Auswärtssieg bei BW Linz schließt die WSG die erste Saisonhälfte mit einem „Genügend“ ab. „Und mit Riesenluft nach oben“, weiß Coach Silberberger. Der FC Wacker schloss nach dem 3:0 über den FAC die erste Saisonhälfte auf Tuchfühlung zu den beiden Aufstiegsplätzen ab - mit einem „Gut“.

Von Alex Gruber

Wattens, Innsbruck – Es war auch zwei Glanztaten von Goalie Ferdinand Oswald zu verdanken, dass die WSG-Kicker nach 15 Runden mit einem Gegentor erstmals zu null und als Sieger wieder das Feld verließen. Dabei hatte der Verletzungsteufel rund um Simon Zangerl (siehe unten/in Minute 19 ausgewechselt), Lukas Katnik (zur Halbzeit raus/Muskelfaserriss) und Linksverteidiger Kevin Nitzlnader (in Minute 58 raus/Hüftprellung) ja allerhand Diagnosen parat.

Die WSG Wattens hatte in der ersten Saisonhälfte aber auch drei, die regelmäßig ins Tor trafen – Milan Jurdik und Benni Pranter zogen in Linz mit Katnik (alle sechs Treffer) gleich.

„Mit dem Sieg in Linz sind wir gerade noch vom Fetzn (= Fünfer) heruntergesprungen. Wenn wir verloren hätten, hätte uns eine WH (= Wiederholungsprüfung) geblüht“, schloss Trainer Thommy Silberberger im Schulnotensystem mit einer Portion Galgenhumor, um sachlich zu ergänzen: „Letzte Saison waren wir sensationell über den Erwartungen, heuer sind wir hinter den Erwartungen.“ Einen Christian Gebauer habe man letztlich nicht ersetzen können, wenngleich beispielsweise ein Sebastian Santin (sein Solo in Linz führte zum Elfer) durchaus starke Ansätze zeige. Die defensive Fehlerkette war auch in vielen Spielen zu groß. „Und bei Offensivstandards haben wir einen großen Aufholbedarf“, ergänzt der Wattener Langzeittrainer.

Sportmanager Stefan Köck stieg in Linz mit einem großen Lob in den Mannschaftsbus: „Wir mussten in der ersten Saisonhälfte viele Tiefschläge einstecken. Aber die Mannschaft hat immer wieder bewiesen, wieviel Moral und Charakter sie hat. Das hat uns auch diesen Sieg in Linz beschert. Die Jungs haben sich wiede­r richtig reingehängt.“

Auf eine allgemeingültige These wollte Köck auch noch verweisen: „Ein paar wollten uns ins Reich der Geheimfavoriten verweisen. Und vielleicht haben ein paar im Hinterkopf wirklich geträumt. Dabei sagt man doch in ganz Europa, dass das zweite Jahr für einen Aufsteiger oft das schwerste ist.“ Letzte Saison hatten die Wattener nach 18 Runden bei sieben Unentschieden übrigens nur zwei Punkte (19) mehr als heuer.

Note fürs 1. Semester: 4

FC Wacker: Abstieg auf Tuchfühlung zu Aufstiegsplätzen

Wenngleich der jüngste Heimsieg bis zum Führungstreffer von Albert Vallci eine schwere Geburt war, standen am Ende dann doch drei staubtrockene Punkte. Zuhause ist der FCW eine ungeschlagene Macht, „auswärts waren zum Teil unnötige Niederlagen dabei“, wie Kapitän Florian Jamnig weiß. Nachsatz: „Aber wir sind voll dabei. Jetzt heißt es noch zweimal in diesem Kalenderjahr Leistung bringen und dann werden wir sehen, wo wir stehen. Entscheidend ist immer das Frühjahr“, sagt der 27-jährige Flügelflitzer, der nach sieben Toren und vier Assists (exakt gleich viel wie Zlatko Dedic) mehrere Offerte vorliegen hat: „Das stimmt. Aber ich habe auch bei meinem Berater klar deponiert, dass ein Wechsel im Winter kein Thema ist. Ich will mit dem FC Wacker aufsteigen. Und kurz vor dem Ziel weglaufen, das passt überhaupt nicht zu mir“, unterstreicht Jamnig, der in einer stark verjüngten Mannschaft mit flacherer Hierarchie zum Führungsspieler reifte: „Die Unterschiede sind nicht mehr so groß. Wir haben ein gutes Miteinander und Freundschaften außerhalb des Platzes. Und ich bin der Meinung, dass das auch am Rasen hilfreich ist.“

„Der gute Geist“, der durch die ziemlich umstrukturierte Truppe weht, ist auch dem verantwortlichen General Manager Alfred Hörtnagl nicht entgangen: „Wir sind Schritt für Schritt stabiler geworden. Da hat man gemerkt, dass das Team zusammenwächst. Wir wollen jetzt nicht alles schönreden, aber eine Entwicklung ist erkennbar“, führt der 51-jährige Wipptaler aus, um gleich nachzulegen: „Wir haben gegenüber der Mannschaft auch mehrfach betont, dass wir uns weiter aufs Wesentliche konzentrieren müssen – also das nächste Spiel. Wir brauchen und werden uns auf keine Rechenspiele einlassen.“ Der Blick auf die Tabelle – der Rückstand auf den zweiten Fix-Aufstiegsplatz, den Wiener Neustadt hält, wurde auf zwei Zähler verkürzt – ist für Hörtnagl aber in Ordnung: „Was Punkte und Tabelle betrifft – das hätten wir vor der Saison unterschrieben. Wir sind da, was wir uns vor Beginn vorgenommen haben. Und nach einem holprigen Start haben wir kontinuierlich ohne große Ausreißer gepunktet.“

Es gibt mit der besten Defensive der Liga ein „Gut“ im Halbjahreszeugnis. Vor einem Jahr dümpelte der FCW am sechsten Rang (22 Punkte) herum. Jetzt steht die Tür zur Rückkehr in die Bundesliga offen.

Note fürs 1. Semester: 2

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