Libanons Außenminister nicht bei Sitzung der Arabischen Liga zum Iran

Kairo/Beirut/Riad (APA/AFP) - Der libanesische Außenminister Jebran Bassil wird am Sonntag nicht an einer Dringlichkeitssitzung der Arabisch...

Kairo/Beirut/Riad (APA/AFP) - Der libanesische Außenminister Jebran Bassil wird am Sonntag nicht an einer Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga zum Iran teilnehmen. Bassil werde sich bei dem Außenministertreffen in Kairo vom libanesischen Botschafter bei der Arabischen Liga, Antoine Azzam, vertreten lassen, verlautete aus dem Außenministerium in Beirut.

Das Treffen in der ägyptischen Hauptstadt war auf Antrag Saudi-Arabiens einberufen worden. Das sunnitisch regierte Saudi-Arabien und der mehrheitlich schiitische Iran ringen seit Jahren um Einfluss in der Region und stehen in zahlreichen Konflikten auf gegnerischen Seiten - im Libanon, im Jemen, in Syrien und im Verhältnis zu Katar.

Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri hatte am 4. November von Saudi-Arabien aus überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Als Grund nannte er wachsenden Druck der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz. Rasch wurde der Vorwurf laut, Saudi-Arabien habe Hariri zum Rücktritt gezwungen. Hariri wurde bisher von Saudi-Arabien gestützt. Er ist in Saudi-Arabien aufgewachsen und besitzt auch die Nationalität des Königreichs.

Nach tagelangen Spekulationen und diplomatischen Bemühungen reiste Hariri am Samstag zusammen mit seiner Frau von Saudi-Arabien nach Frankreich. In Paris wurde er von Präsident Emmanuel Macron im Elysee-Palast empfangen. Zum Unabhängigkeitstag des Libanon am Mittwoch will er nach eigenen Angaben wieder in Beirut sein und eine öffentliche Erklärung abgeben.

Der Rücktritt Hariris droht das fragile Gleichgewicht im Libanon zu zerstören und die seit dem Ende des blutigen Bürgerkriegs 1990 nie gelösten Konflikte zwischen den Volksgruppen erneut zu verschärfen. Es wird von vielen befürchten, dass der Staat zum Schauplatz eines neuen Stellvertreterkrieges zwischen den rivalisierenden Regionalmächten Iran und Saudi-Arabien werden könnte.

Als Grund für die Dringlichkeitssitzung der Arabischen Liga hatte Riad einen Raketenangriff der vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen im Jemen auf die saudi-arabische Hauptstadt Riad Anfang November genannt. Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman hatte den Iran für die „direkte militärische Aggression“ verantwortlich gemacht.