Tirol

Tierschutzvereinsobmann „lauscht“ nach Vorarlberg

© Rudy De Moor / TT

Der Tierschutzverein für Tirol kommt nicht zur Ruhe: Eine Neubesetzung im Vorstand sowie Aktivitäten der Führung im Ländle werfen Fragen auf.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Noch immer scheinen nicht alle Wunden, die der Obmannwechsel im Tierschutzverein für Tirol (TfT) im April 2015 intern aufgebrochen hat, verheilt. Und auch der im Juni dieses Jahres veröffentlichte Bericht des Innsbrucker Kontrollamtes zum TfT sparte nicht mit Kritik. Personelle Änderungen im Verein sowie die Aktivitäten von Obmann Christoph Lauscher in Vorarlberg sorgen nun für neue Unruhe.

Seit August fungiert nämlich just die Kanzleileiterin des Innsbrucker Standortes der SOT Süd-Ost Treuhand GmbH, der Lauscher als einer von zwei Geschäftsführern vorsteht und an der er 50 Prozent hält, als Vorstandsmitglied und Stellvertreterin Lauschers im TfT. Kritiker sehen damit die Machtposition Lauschers im Verein wesentlich gestärkt. Denn laut Vereinsstatut ist der fünfköpfige Vorstand bereits beschlussfähig, wenn alle Mitglieder eingeladen und mindestens zwei anwesend sind.

Aber auch die Aktivitäten Lauschers in Sachen Tierschutz außerhalb der Landesgrenzen werfen Fragen auf. Denn Lauscher hat unlängst die Kassierfunktion im Verein „Tierschutz Arbeitsgemeinschaft Vorarlberg“ mit Sitz in Hard übernommen. Dieser wiederum soll sich um die im Land Vorarlberg ausgeschriebene Leitung des dortigen Tierheims beworben haben. Über all diese Vorgänge, so sagt Georg Böhler, Obmann des Tierschutzvereins Bregenz, sei man schon „sehr überrascht“ gewesen.

Lauscher macht aus seinem Vorarlberger Engagement auf TT-Anfrage kein Geheimnis. Seine Vorstandstätigkeit im Verein „Tierschutz Arbeitsgemeinschaft Vorarlberg“ sei mit dem TfT abgestimmt gewesen. Der Grund hierfür liege im Bestreben einer engeren Zusammenarbeit zwischen Tiroler und Vorarlberger Tierschutzorganisationen. Noch befinde man sich aber in einem frühen Stadium, „wie es sich entwickelt, wird man sehen“. Primär ginge es um die Nutzung von Synergien, sagt Lauscher. Auch bestätigt er, dass sich dieser Verein um die Leitung des Dornbirner Tierheims bemüht habe. Auch der TfT habe darüber nachgedacht, es letztlich aber wegen der Komplexität doch unterlassen, sich zu bewerben.

Was die Personalia im TfT betreffe, so rechtfertigt Lauscher die Aufnahme der SOT-Mitarbeiterin im Vorstand damit, dass selbige bereits in der Vergangenheit dem Verein in organisatorischen Belangen geholfen habe: „Das hat nichts damit zu tun, dass sie meine Mitarbeiterin ist.“ Sie sei vorerst bis Ende der Amtsperiode kooptiert. Den betreffenden Passus im Statut bewerte er lediglich als eine Art Notbestimmung, die noch aus der Zeit vor seiner Obmannschaft stamme. Vorstandsentscheidungen mit lediglich zwei Mitgliedern seien bis dato nicht vorgekommen. Dass die Bilanz des TfT von SOT gemacht werde, stimme: „Zu sehr günstigen Konditionen.“ Lauscher verweist aber auch auf einen externen Abschlussprüfer.