Netanyahu sprach mit Macron über Libanon-Krise

Jerusalem (APA/dpa) - Angesichts der jüngsten Libanon-Krise will der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu Anfang Dezember zu Beratu...

Jerusalem (APA/dpa) - Angesichts der jüngsten Libanon-Krise will der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu Anfang Dezember zu Beratungen nach Paris reisen. Netanyahu habe am Sonntag in der Frage rund eine halbe Stunde mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron telefoniert, teilte sein Büro mit. Macron habe das Gespräch initiiert und Netanyahu über seine jüngsten Schritte in der Libanon-Krise informiert.

Der libanesische Ministerpräsident Saad Hariri hatte vor zwei Wochen überraschend von Saudi-Arabien aus seinen Rücktritt erklärt. Er warf der einflussreichen Schiitenmiliz Hisbollah sowie ihrer Schutzmacht Iran vor, Unruhe in der Region zu schüren. Bei beiden handelt es sich um Erzfeinde Israels. Netanyahu nannte die Äußerungen Hariris einen „Weckruf“ für die internationale Gemeinschaft. Der iranischen Aggression müsse endlich Einhalt geboten werden, sagte er. Der Iran bedrohe nicht nur Israel, sondern den ganzen Nahen Osten.

Inzwischen hält sich Hariri in Paris auf und Frankreich versucht, einen Weg aus der politischen Krise zu finden. Hariri hatte seinen Rücktritt auch mit Angst vor einem Anschlag auf sein Leben begründet.

Macron und Netanyahu wollten in den kommenden Tagen erneut telefonieren, hieß es in der Mitteilung. Sie hätten auch über das internationale Atomabkommen mit dem Iran gesprochen sowie über „die Versuche des Iran, seine Präsenz in Syrien zu verstärken und seine Aktivitäten in der Region“.

Netanyahu gilt als schärfster Kritiker des Atomabkommens, das 2015 in Wien vom Iran, den fünf UNO-Vetomächten USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien sowie Deutschland geschlossen wurde.