Formel 1: 2017 für Vettel nicht genug - „Werden stärker zurückkommen“

Abu Dhabi (APA/dpa/Reuters/sda) - Zum ersten Mal seit 2013 haben nicht zwei Mercedes-Fahrer die Plätze eins und zwei in der Formel-1-Fahrerw...

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Abu Dhabi (APA/dpa/Reuters/sda) - Zum ersten Mal seit 2013 haben nicht zwei Mercedes-Fahrer die Plätze eins und zwei in der Formel-1-Fahrerwertung belegt. Doch Ferrari-Star Sebastian Vettel nahm seine erste Vize-Weltmeisterschaft eher pflichtschuldig zur Kenntnis. „Wir haben heute eine Abreibung bekommen, konnten sie nicht antasten“, sagte er in Abu Dhabi. „Wir werden das Unsere tun über den Winter und stärker zurückkommen.“

Mit Platz drei im letzten Rennen hinter dem Mercedes-Duo Valtteri Bottas und Lewis Hamilton hatte Vettel zuvor den zweiten Rang in der WM-Gesamtwertung gerettet. Den angestrebten Motivationsschub für die nächste Titeljagd 2018 konnte der 30-Jährige aber nicht aus dem Schlussakt ziehen. Chancenlos trudelte der Deutsche am Sonntag mit knapp 20 Sekunden Rückstand auf Bottas über den Zielstrich.

„Ich hätte gern heute gewonnen, und ich wäre auch gern Weltmeister geworden“, klang Vettel nach dem Finale auf dem Yas Marina Circuit wenig zufrieden. „Glückwünsche an Lewis für seine Saison, er hat die Weltmeisterschaft in diesem Jahr am Ende verdient. Ich hasse es, das zu sagen, aber er war der Bessere.“

Auch der Umstand, dass Mercedes erstmals seit Beginn der Hybrid-Ära im Jahr 2014 nicht die ersten zwei WM-Plätze belegte, war kein Trost. Hamilton 363 Punkte, Vettel 317 und Bottas 305 - so der finale WM-Stand, zu dessen Entstehung vor allem eine von Ferrari verpatzte zweite Saisonhälfte entscheidend beitrug. „Wir haben Rennen gewonnen, die wir eigentlich nicht gewinnen haben können, aber da und dort haben wir auch Chancen ausgelassen“, sagte Vettel. Unter dem Strich sei es für Ferrari ein „gutes Jahr“ gewesen.

Das 20. Saisonrennen bot aber nicht das erhoffte Entertainment mit einem letzten Duell zwischen ihm und Hamilton. Stattdessen verteidigte Bottas seinen ersten Startplatz mit viel Geschick und ließ Hamilton nur selten in Schlagdistanz kommen. Vettel konnte nur auf den ersten Runden annähernd mithalten und fiel dann immer weiter zurück.

Hamilton, der sich schon im drittletzten Grand Prix in Mexiko seinen vierten WM-Triumph gesichert hatte, gab erst auf den letzten Runden den Kampf mit seinem Stallgefährten um den Sieg auf. „Valtteri hat einen unglaublichen Job gemacht, mich hinter sich zu halten. Ich habe alles gegeben“, verriet er nach dem vierten Mercedes-Doppelsieg in diesem Jahr.

Hamilton schaffte ein Kunststück, das erst zwei Weltmeister vor ihm zuwege gebracht haben: Der 32-jährige Brite fuhr wie Juan Manuel Fangio 1954 und Michael Schumacher 2002 in jedem der 20 Saisonrennen in die Punkteränge. Anzumerken ist allerdings, dass die Vergleichbarkeit nur bedingt gegeben ist. Zu Fangios Zeiten bekamen lediglich die besten Fünf Punkte, vor 15 Jahren gab es nur für die ersten sechs Zählbares.

Einen gelungenen Abschluss legte Nico Hülkenberg hin, der mit seinem sechsten Platz das Renault-Team noch auf Position sechs der Konstrukteurswertung brachte. Das bringt dem Rennstall rund sieben Millionen Euro mehr aus dem Vermarktungstopf ein. Dabei ließ sich der Deutsche auch von einer Fünf-Sekunden-Strafe nicht stoppen, die er ausfasste, weil er im Zweikampf den Fahrweg unerlaubterweise abgekürzt haben soll.

Seinen Abschied aus der Formel 1 feierte - wie im Vorjahr - Felipe Massa. Der Brasilianer, der 2002 bei Sauber in der Formel 1 debütierte, beendete seine 269 Rennen dauernde Karriere als Zehnter mit einem Punkt. „Mit Sicherheit werde ich einige Dinge vermissen, aber ich bin bereit für den nächsten Schritt“, sagte der 36-Jährige, der in der vergangenen Winterpause von Williams zurückbeordert worden war, um den Abgang von Bottas zu Mercedes zu kompensieren.

Massa gewann elf Rennen, stand 16 Mal auf der Pole Position und wähnte sich 2008 im letzten Rennen in seinem Heimatland nach der Zieldurchfahrt sogar als Weltmeister, ehe ihm Sekunden später Hamilton mit einem Überholmanöver gegen Timo Glock den Titel noch wegschnappte. Seine Zukunft könnte in der Formel E liegen, für die er in der Vergangenheit großes Interesse bekundet hat.


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