Neue Zielvereinbarung zwischen Land und Gebietskrankenkasse in NÖ

St. Pölten (APA) - Das Land Niederösterreich und die NÖ Gebietskrankenkasse haben ein Zielsteuerungsübereinkommen unterzeichnet, das bis 202...

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St. Pölten (APA) - Das Land Niederösterreich und die NÖ Gebietskrankenkasse haben ein Zielsteuerungsübereinkommen unterzeichnet, das bis 2021 gilt. Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP), NÖGKK-Generaldirektor Jan Pazourek und Landeszielsteuerungskoordinator Thomas Gamsjäger haben das neue 35 Maßnahmen umfassende Arbeitsprogramm zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens am Montag in St. Pölten vorgestellt.

Das Land verantwortet die Versorgung in den niederösterreichischen Kliniken, die Sozialversicherung ist für die niedergelassenen Ärzte und Fachärzte zuständig. Schleritzko verwies einer Aussendung zufolge auf gemeinsam umgesetzte Projekte. So könnten Patienten vor der Entlassung aus dem Spital nun sicher sein, dass die Kosten, die im Klinikum empfohlen werden, zur Gänze von der Sozialversicherung übernommen werden. Der prognostizierte Bevölkerungszuwachs auf 1,9 Millionen Menschen bis zum Jahr 2050 berge Herausforderungen: „Wir müssen zukünftig mehr Menschen über einen längeren Zeitraum medizinisch betreuen.“

Patienten „sollen am ‚Best Point of Service‘ behandelt werden, am richtigen Ort, zur richtigen Zeit, kosteneffizient und mit höchster Qualität“, so Schleritzko. Das werde mit einer abgestuften Gesundheitsversorgung zwischen dem stationären Bereich in den Kliniken und dem Bereich der niedergelassenen Haus- und Fachärzte erreicht.

Laut Gamsjäger habe sich die Zahl der Patienten in den Spitalsambulanzen in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Dabei könnten bis zu zwei Drittel der Patienten von Haus- bzw. Fachärzten dem Wohnort näher und günstiger versorgt werden. „Die Primär-Versorgungszentren tragen in Zukunft ganz wesentlich zur Entlastung der teuren Spitalsambulanzen bei. Der Bund ist gefordert, künftig genügend Medizin-Studienplätze zur Verfügung zu stellen“, betonte der Koordinator.

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Die Gesundheitsreform verfolge das Ziel, eine Entlastung der Ambulanzen in den Spitälern zu erreichen, unterstrich auch Pazourek. Die NÖGKK habe in den vergangenen vier Jahren „65 Arztstellen neu geschaffen, mit aktuell rund 111 Gruppenpraxen sind wir Spitzenreiter in Österreich“. An Kooperationsprojekten nannte er u.a. die Kinderrehabilitation, das Screening-Programm zur Brustkrebs-Früherkennung und die Lösung der Wartezeiten-Problematik bei CT- und MRT-Untersuchungen.

Die niederösterreichische Gebietskrankenkasse hob in einer Aussendung die Bedeutung der neuen Zielvereinbarung als Gesamtsicht hervor. Moderne Primärversorgung bzw. Patientenversorgung „aus einem Guss“, Entlastung der Spitäler, spezielle umfassende Behandlungsangebote: all das lasse sich ohne eine gemeinsame Planung, Steuerung und Finanzierung nicht umsetzen.

Um den ambulanten Bereich zu stärken, sollen 2018 im Sinn einer Erweiterung von Öffnungszeit und Angebot die ersten Primärversorgungseinrichtungen installiert werden. Dafür sollen Allgemeinmediziner mit anderen Gesundheitsberufen zusammenarbeiten. Der „regionale Strukturplan Gesundheit“ werde die notwendigen Kapazitäten in den einzelnen Regionen fokussieren. Weiters angeführt wurde u.a. der Ausbau der Versorgung von Kindern und Jugendlichen, neue Wege will man bei der Therapie von bestimmten chronischen Krankheitsbildern einschlagen und die Gesundheitsprävention weiter fördern.


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