Im Ofen versteckt: Rentner fehlen 16.000 €

Um eine kleine Tragödie ging es gestern am Landesgericht. Dort war eine rumänische Pflegerin des schweren Einbruchsdiebstahls angeklagt. Ein...

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Um eine kleine Tragödie ging es gestern am Landesgericht. Dort war eine rumänische Pflegerin des schweren Einbruchsdiebstahls angeklagt. Einem 84-jährigen Rentner waren laut Staatsanwalt Hermann Hofer 16.000 Euro abhan­dengekommen. Und der Pensionist war sich sicher: „Nur sie kann es gewesen sein. 53 Jahre ist aus diesem Haus kein Nagel verschwunden. Einen Monat war diese Pflegerin bei uns und alles ist weg: Jacken meiner Frau, das Geld und ein Gold-Tausender!“, argwöhnte der Wipptaler. Das Versteck für seine nachweislich vorhandenen 16.000 Euro war heiß: Es handelte sich um einen Ofen. Verteidiger Josef Kunzemann: „Schon ein gefährliches Versteck, da können Scheine ja buchstäblich in Rauch aufgehen!“ Auch sonst war es aber schwer, den Diebstahl eindeutig der Rumänin zuzuordnen. Auch ein Wochen später verübter Einbruch in das abgelegene Haus blieb ohne Spuren. Da half es nichts, dass der 84-Jährige beschwor, dass nicht einmal sein Sohn vom Ofenversteck gewusst habe. „Für einen Schuldspruch bestehen einfach zu viele Zweifel!“, resümierte Strafrichter Josef Geisler.

Die Rache seines Mitarbeiters hatte im August ein Unterländer Unternehmer zu spüren bekommen. Nach den Schilderungen des gestern wegen schwerer Sachbeschädigung Angeklagten hatte sich der Landwirt zu Recht ausgenutzt gefühlt. „Als Nebenerwerbsbauer hat er mich erpresst, mir keinen Urlaub zugestanden, mir diesen dafür bei Krankenstand abgezogen. Nachdem ich ihm das Lager von Grund aufgebaut hatte, hat er mich sofort gekündigt!“ Nach einer Zechtour platzte dem 32-Jährigen unter Einfluss von 1,2 Promille der Kragen. Kurz darauf zerschlug er Fenster im Wert von über 5000 Euro an seiner einstigen Arbeitsstätte. Am Landesgericht sah der Landwirt aber ein, dass das eine Arbeitsrecht und ein Vandalenakt ein Fall fürs Strafrecht ist. Zur Hälfte bedingte 3600 Euro Geldstrafe und 803 Euro Versicherungsforderung stottert der 32-Jährige nun ab.

Wenn ein verdeckt ermittelnder Polizist jemanden selbst oder über Spitzel zu einer Straftat verleitet, so nennt man jene „Agent Provocateur“. Eine Unart der Exekutive, die ungesetzlich ist. Dies brachte gestern am Landesgericht Verteidiger Mathias Kapferer für seinen Mandanten vor und deckte den Fall eines strafrechtlich unbehelligten Spitzels auf. Auch das Gericht stellte darauf fest, dass hier durch den 31-jährigen Angeklagten ein Kokainschmuggel allein auf Geheiß der Polizei stattgefunden hatte. Freispruch. (fell)


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