Koalition - Wie derzeit an den Schulen beurteilt wird

Wien (APA) - Mögliche Änderungen bei der Benotung durch eine neue ÖVP/FPÖ-Regierung betreffen vor allem die Volksschule und die Neue Mittels...

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Wien (APA) - Mögliche Änderungen bei der Benotung durch eine neue ÖVP/FPÖ-Regierung betreffen vor allem die Volksschule und die Neue Mittelschule (NMS). An den Volksschulen steht die Wahlmöglichkeit der Eltern und Lehrer zwischen Ziffernnoten und schriftlicher „Leistungsinformation“ zur Diskussion, an den NMS die siebenstufige Notenskala.

Im in mehreren Medien zitierten Verhandlungspapier der Parteien findet sich der Passus „Überarbeitung und Präzisierung der Benotungssystematik für alle Schultypen und Schulstufen. Aufbauend auf einer klaren 5-teiligen Notenskala (von „Sehr gut“ bis „Nicht genügend“) für alle Schultypen erfolgt eine genaue Definition, welche Note vergeben werden kann bzw. vergeben werden muss.“

Änderungen könnte es dadurch in der Volksschule geben: Seit dem Schuljahr 2016/17 kann in den ersten drei Volksschulklassen anstelle von Ziffernnoten eine schriftliche „Leistungsinformation“ eingesetzt werden. Die Entscheidung darüber wird von Lehrern und Eltern am Schulstandort gefällt, die Regelung kann auch je nach Klasse unterschiedlich sein (z.B. Ziffernnoten in der A-Klasse, Leistungsinformation in der B-Klasse).

Entscheiden sich die Eltern gegen Ziffernnoten, erhalten sie stattdessen jeweils am Ende des Semesters eine detaillierte „schriftliche Information über die Lern- und Entwicklungssituation“ ihres Kindes samt vorhergehendem Bewertungsgespräch. Diese Regelung löste rund 2.000 Schulversuche zur alternativen Leistungsbeurteilung ab.

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An den NMS wiederum gibt es in den dritten und vierten Klassen eine quasi siebenstufige Notenskala in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Wer in diesen Fächern die Basisbildung erreicht, wird nach der Notenskala für „grundlegende Allgemeinbildung“ beurteilt - wer komplexere Sachverhalte beherrscht, nach der Skala für „vertiefte Allgemeinbildung“. Bei der vertieften Bildung reicht die Notenskala de facto nur von „Sehr Gut“ bis „Genügend“, denn ein „Nicht Genügend“ in diesem Beurteilungsschema entspricht einem „Befriedigend“ nach „grundlegender Allgemeinbildung“. Die Skala bei der „grundlegenden Allgemeinbildung“ reicht indes nur von „Befriedigend“ bis „Nicht Genügend“.

Sinn der Regelung ist es, einerseits zu viele „Nicht Genügend“ zu verhindern - stattdessen kann auch auf einen Dreier oder Vierer bei eben „nur“ grundlegender Allgemeinbildung zurückgegriffen werden. Gleichzeitig dürfen diese Schüler aber keine AHS-Oberstufe oder BHS besuchen. Andererseits sollte mit den vier Noten bei der vertieften Allgemeinbildung klargestellt werden, dass diese Schüler tatsächlich zum Aufstieg in eine höhere Schule berechtigt sind. Nachteil des Ganzen: Das System wurde oft nicht verstanden.


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