Linzer Brucknerhaus-Chef Frey mit Konzert nach Sotschi verabschiedet

Linz (APA) - Der bisherige Chef des Linzer Brucknerhauses Hans-Joachim Frey ist Montagabend mit einem Galakonzert nach Sotschi an der russis...

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Linz (APA) - Der bisherige Chef des Linzer Brucknerhauses Hans-Joachim Frey ist Montagabend mit einem Galakonzert nach Sotschi an der russischen Schwarzmeerküste, seiner künftigen Wirkungsstätte, verabschiedet worden. Er übernimmt dort die Position eines künstlerischen Direktors des entstehenden Kulturzentrums. Der Abend war zugleich Abschluss für das österreichisch-russische Tourismusjahr 2017.

Das Konzert des Tschaikowsky Symphonieorchesters Moskau unter Wladimir Fedossejew (auch transkribiert als Vladimir Fedosejev bzw. Fedoseyev) wuchs sich zu einem dreistündigen Marathon mit einem umfangreichen Musikprogramm und einem halben Dutzend Ansprachen aus. Sie verbanden Bekenntnisse zur touristischen und kulturellen Zusammenarbeit zwischen Österreich und Russland mit dem Dank an Hans-Joachim Frey und guten Wünschen für seine neue Aufgabe. Dazu reiste auch, an der Spitze einer stattlichen Delegation, der russische Minister für Kultur und Tourismus, Wladimir Medinksi, an. Er verwies in einer Rede auf das wachsende Interesse der Bürger Österreichs und Russlands an der Kultur des jeweils anderen Landes. In dem zu Ende gehenden „Tourismusjahr“ seien die Touristenzahlen in beiden Richtungen um mehr als 30 Prozent gestiegen. Die kulturelle und touristische Zusammenarbeit zwischen Österreich und Russland werde im kommenden Jahr mit einem Musik-Schwerpunkt fortgesetzt.

Im Mittelpunkt der sieben musikalischen Programmpunkte dieses Abends stand die Uraufführung der bereits neunten Symphonie des russischen Komponisten Anton Lubchenko (32) - bei bisher insgesamt 95 Kompositionen. Die Bezeichnung „Linzer Symphonie“ geht zwar auf Lubchenkos Kontakte zum Brucknerhaus zurück, Assoziationen zur ungleich berühmteren „Linzer“ W.A. Mozarts sind freilich unangebracht. Das knapp 20 Minuten dauernde viersätzige Werk bewegt sich klanglich ausschließlich im 19. Jahrhundert und nimmt Anleihen bei Tschaikowsky, Rimski-Korsakow und anderen russischen Meistern der Vergangenheit. Melodiös ohrenschmeichlerische Passagen und intime Walzerklänge wechseln mit martialischem Schlachtenlärm und wurden in der soliden Interpretation durch das Orchester vom Publikum beifällig aufgenommen.

Das weitere Musikprogramm des Abends gestalteten russische und österreichische Solisten: Pavel Milyukov mit dem Violinkonzert Nr. 1 von Mozart, ein Ensemble der Linzer Bruckner Universität mit ausgewählten Liedern des Liebeslieder-Walzers von Brahms, Pianist Arkadi Zenzipir als Solist bei Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini, Margarita Levchuk (Sopran) mit einer Arie der Oper „Der goldene Hahn“ von Rimski-Korsakow und Kurt Rydl (Bass) mit dem Flohlied von Mussorgski. Den Abschluss bildete das Scherzo aus der vierten Symphonie von Anton Bruckner. Der erstaunlich rüstige 85-jährige Dirigent führte das mustergültig musizierende Tschaikowsky Symphonieorchester Moskau und die Solisten verlässlich durch das Programm. Viel Beifall mit erwartbaren Standing Ovations.


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