Imster Bergbahnen sind ein halbes Jahrhundert alt

Im Dezember 1967 wurde der erste Lift zur Untermarkter Alm feierlich eröffnet. Eine Bergfahrt kostete damals zwölf Schilling.

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Ein Bild aus der Anfangszeit: 17 Minuten dauerte die Liftfahrt damals.
© Archiv Imster Bergbahnen

Von Matthias Reichle

Imst –Acht Millionen Schilling sollte der Liftbau von der Nuireit­h Talstation zur Untermarkter Alm kosten. Im März 1966 traf sich die Alpjoch-Imst-Liftgesellschaft m.b.H zum ersten Mal, um das damalige Megaprojekt umzusetzen. Für Imst war das „eine Sensation“, wie sich Skifahrer der ersten Stunde erinnern – aber auch eine finanzielle Kraftanstrengung: 200 Imster steuerten privates Kapital bei.

© Stadtchronik Imst

Schon im Dezember 1966 ging der neue Lift in Betrieb. Die offizielle Eröffnungsfeie­r fand ein Jahr später am 10. Dezember 1967 statt. Das Ereignis jährt sich heuer zum 50. Mal. „Das historische Datum nutzen wir, um uns bei der heimischen Bevölkerung für ihre Treue über viele Jahrzehnte zu bedanken. Als kleines Dankeschön veranstalten wir daher am Sonntag, 10.12., ein Fest und laden alle bei Gratis-Liftbenützung zum Skifahren und Feiern ein“, so Bergbahnen-Geschäftsführer Bernhard Schöpf. Das Skigebiet eröffnet anlässlich des Jubiläums bereits am 8. Dezember für ein Wochenende seine Pisten. Höhepunkt ist ein Konzert der Trenkwalder und eine Sonderausstellung historischer Fotos in der Untermarkter Alm. Offizieller Skistart ist am 15. Dezember.

Für heutige Verhältnisse ein Schnäppchen sind die Ticketpreise von damals: Eine Bergfahrt für einen Einheimischen kostete zwölf Schilling, ein Zehnerblock 100 Schilling. Die Fahrt mit dem Einersessellift dauerte 17 Minuten.

Bereits die erste Saison verlief „zufriedenstellend“, wie das Stadtbuch berichtet. 1967 beteiligte sich dann auch der Verkehrsverband am Projekt, der ihm anfangs noch skeptisch gegenüberstand. Am 15. Februar 1971 ging die obere Sektion auf das Alpjoch in Vollbetrieb.

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© Matis

Ideen für Skilifte stammten bereits aus der Zwischenkriegszeit. Und schon bevor die erste Anlage auf die Untermarkter Alm gebaut wurde, lag Skifahren im Trend – freilich ohne all die Annehmlichkeiten von heute. Laut Stadtbuch war eine Anlage ab 1952 im „Bruch“ und Ende der 50er-Jahre beim Linserhof in Betrieb, wo der Wirt einen Schlepplift aufstellte. Der Fremdenverkehrsverein initiierte ab 1962 außerdem einen Lift am Geierbühel.

Aber auch bei der Untermarkteralm wurde bereits Ski gefahren. Die Bergfahrt übernahmen Jeeps. Für 15 Schilling sammelten sie die Wintersportler ein und brachten sie hinauf, erinnert sich eine Skifahrerin der ersten Stunde. Die Abfahrt reichte bis Sirapuit.

Die Imster Bergbahnen haben in den letzten Jahren laufend investiert, wie zuletzt in die Beschneiungsanlagen. Einer der Meilensteine war 2003 der Bau des Alpine Coasters. „Wir sind in der erfreulichen Situation, positive Zahlen zu schreiben und den laufenden Betrieb selbstständig finanzieren zu können. Das ist für ein Kleinstskigebiet keine Selbstverständlichkeit“, betont Bergbahnen-Aufsichtsratsvorsitzender Gebhard Mantl.


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