Arzneimittel-Nebenwirkungen für Österreicher wichtiges Thema

Wien (APA) - Verordneten Arzneimitteln stehen die Österreicher skeptisch gegenüber. Nebenwirkungen sind für mehr als 80 Prozent sehr wichtig...

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Wien (APA) - Verordneten Arzneimitteln stehen die Österreicher skeptisch gegenüber. Nebenwirkungen sind für mehr als 80 Prozent sehr wichtig bzw. wichtig. Mehr als 40 Prozent gaben bei einer Umfrage an, bereits einmal ein vom Arzt verschriebenes Medikament aus Angst vor Nebenwirkungen nicht eingenommen zu haben, berichtete der Pharmakonzern Bayer in einer Aussendung am Dienstag.

Die Online-Umfrage mit 500 Probanden ab 18 Jahren wurde im Auftrag des Pharmakonzerns durchgeführt. Je älter die befragten Personen, desto relevanter sind Nebenwirkungen. Frauen informieren sich mehr als Männer, Personen mit höherer Bildung fragen öfter nach. Aus Angst vor Nebenwirkungen haben knapp die Hälfte der Frauen (48 Prozent) Medikamente schon einmal nicht eingenommen, bei den Männern sind es 39 Prozent, vier Prozent mehr als bei einer Umfrage im Jahr 2016.

Die Hälfte der Personen mit Matura oder Universitätsabschluss (49 Prozent) haben wegen Nebenwirkungen bereits bewusst die Einnahme von Arzneimitteln abgelehnt. Für ein Viertel der Skeptiker waren kritische Medienberichte über Medikamente ausschlaggebend, die Einnahme zu beenden.

Ähnlich wie im Vorjahr gab rund die Hälfte der Teilnehmer an, bei der letzten Arzneimittelverordnung kein Gespräch über Nebenwirkungen mit einem Arzt oder Apotheker geführt zu haben. Diejenigen, die es taten, waren tendenziell höher gebildet. Die erhaltenen Informationen wurden dabei von 95 Prozent der Befragten als verständlich empfunden. 83 Prozent der Befragten haben bei der letzten Verordnung eines Arzneimittels die Packungsbeilage gelesen, die Mehrheit davon Frauen. Als zusätzliche Informationsquelle nutzten 92 Prozent das Internet, rund ein Viertel befragte das familiäre Umfeld, bei 17 Prozent spielte der Freundeskreis eine zunehmende Rolle.

Nebenwirkungen müssen von allen im Gesundheitsbereich tätigen Mitarbeitern gemeldet werden. Aber auch Patienten selbst können dies tun. Weitere Informationen dazu finden sich online auf der Homepage des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen unter http://go.apa.at/eHSboN2G.


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