OECD: Weltwirtschaft gewinnt 2018 nochmals leicht an Fahrt

Paris (APA/dpa) - Die globale Konjunktur hat nach einem schwachen Jahr 2016 deutlich zugelegt und dürfte auch in den kommenden Jahren stabil...

  • Artikel
  • Diskussion

Paris (APA/dpa) - Die globale Konjunktur hat nach einem schwachen Jahr 2016 deutlich zugelegt und dürfte auch in den kommenden Jahren stabil sein. Für Österreich sagt die OECD heuer 3 und nächstes Jahr 2,5 Prozent Wachstum voraus. Für die deutsche Wirtschaft rechnen OECD-Experten im übernächsten Jahr mit einem Dämpfer.

Die Weltwirtschaft wächst so schnell wie seit 2010 nicht mehr und dürfte dieses Tempo vorerst beibehalten. Mittelfristig warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem am Dienstag veröffentlichten Konjunkturausblick aber vor Risiken.

Die globale Konjunktur hat heuer spürbar an Fahrt gewonnen und dürfte um 3,6 Prozent wachsen, um 0,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. 2018 dürfte sie etwas stärker zulegen (3,7 Prozent). „Alle wichtigen Regionen wachsen gleichzeitig, und sie wachsen gut“, sagte der OECD-Direktor für wirtschaftspolitische Studien, Christian Kastrop, der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings liegt die Konjunktur damit immer noch knapp unter dem Durchschnittswert der Jahrzehnte vor der Finanzkrise.

Die Wachstumsdynamik in Österreich sei einem „günstigen Zusammenspiel internationaler und nationaler Einflussfaktoren“ zu verdanken, heißt es im aktuellen OECD-Bericht. Insbesondere erholen sich Exporte und Investitionen. Aber auch der private Konsum dürfte angesichts steigender Einkommen, einer rückläufigen Sparquote und einer sich aufhellenden Konjunktur steigen. Die Inflation sei allerdings immer noch höher als in anderen Ländern des Euroraums. Das sei auf Sektoren zurückzuführen, die nicht im internationalen Wettbewerb stehen

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Die deutsche Wirtschaft kann dem Bericht zufolge im laufenden Jahr mit 2,2 Prozent Plus rechnen und im kommenden Jahr mit 2,3 Prozent. Damit ist die OECD etwas optimistischer als die „Wirtschaftsweisen“ Anfang des Monats. Für 2019 rechnen die Pariser Experten aber mit einem leichten Konjunkturknick auf 1,9 Prozent Wachstum. Diese Werte sind - wie in Deutschland üblich - nicht um die Zahl der Arbeitstage bereinigt und deshalb nicht direkt mit den übrigen Werten aus der OECD-Prognose vergleichbar.

Kastrop hält das deutsche Wachstum damit aber weiterhin für solide. „Das bedeutet nicht, dass es Deutschland schlecht geht“, sagte er. Deutschland ist auch nicht die einzige Volkswirtschaft, wo der Trend 2019 leicht nach unten zeigt, auch wenn das weltweite Wachstum mit 3,6 Prozent annähernd stabil bleiben dürfte. Auch in Österreich erwartet die OECD 2019 mit 1,8 Prozent ein geringeres Wachstum.

Die OECD warnt, es gebe nach wie vor „offensichtliche Schwächen und Anfälligkeiten“ für die Weltwirtschaft. Die Investitionen seien weiter zu niedrig, um die Beschleunigung aufrecht zu erhalten, schrieb Chefökonomin Catherine Mann. Der Bericht sieht auch Gefahren im hohen Verschuldungsgrad von Privathaushalten und Unternehmen in manchen Ländern. OECD-Generalsekretär Angel Gurría plädierte zudem für höhere Lohnsteigerungen, um mehr Menschen am Wachstum teilhaben zu lassen.

Für Deutschland empfiehlt die OECD unter anderem mehr Anstrengungen beim Ausbau der Breitband-Infrastruktur, eine Entlastung von Niedrigverdienern bei den Sozialabgaben sowie mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Die gute Finanzlage des Landes schaffe dafür Raum, heißt es in dem Bericht. Die OECD hat 35 Mitgliedstaaten, überwiegend wohlhabende Industrieländer.

( 1208-17, Format 88 x 55 mm)


Kommentieren