Blick von außen: Europa lagert die Abwehr der Migration aus

Indem die EU Drittstaaten wie etwa Libyen verpflichtet, Migranten von Europa fernzuhalten, nimmt sie Menschenrechtsverletzungen in Kauf. Und entschuldigt ihren Expansionismus mit Alternativlosigkeit.

(Symbolfoto)
© AFP

Von Gilles Reckinger

Univ.-Prof. Dr. Gilles Reckinger ist Europäischer Ethnologe und arbeitet an der Universität Innsbruck.

Die medialen und politischen Diskurse um die irreguläre, weil nicht gewünschte und mit Einreiseverboten belegte Migration präsentieren sich zumeist im Gewand des Krisenhaften. Die Aufmerksamkeit für das Spektakuläre führt zur Zeichnung einer Welt voller Notstände, auf die nur reagiert werden kann, immer einen Schritt in Verzug. Das bestärkt Politiker/-innen darin, sich auf kurzfristige Unternehmungen mit starkem „Ankündigungseffekt" zu konzentrieren. So bleibt kein Raum für die Abwägung der Prämissen, die den ausgerufenen Krisen vorausgehen (etwa ihre Gemachtheit), oder der Konsequenzen der unter dem Primat der Eile gesetzten Maßnahmen.

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