Europas Leitbörsen zu Mittag überwiegend positiv

Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Mittwoch zu Mittag trotz eines kürzlich erfolgten Raketentests Nordkoreas ü...

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Frankfurt am Main (APA) - Die Leitbörsen in Europa haben sich am Mittwoch zu Mittag trotz eines kürzlich erfolgten Raketentests Nordkoreas überwiegend mit positiver Tendenz präsentiert. Unter anderem lieferten gute Vorgaben der Börsen aus Übersee den europäischen Aktienmärkten Unterstützung.

Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 gewann 0,83 Prozent auf 3.613,15 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.00 Uhr mit 13.165,55 Punkten und plus 0,81 Prozent.

Auch eine in Aussicht stehende Einigungszahlung zwischen Europa und Großbritannien sorgte für Aufmerksamkeit. Der britische „Telegraph“ berichtete, London sei zur Zahlung von zwischen 45 und 55 Milliarden Euro bereit. Das britische Pfund wertete daraufhin gegen den US-Dollar deutlich auf und erreichte ein Zwei-Monatshoch. Der FT-SE-100 der Börse London fiel um 0,58 Prozent und steht nun bei 7.417,30 Stellen.

Nach dem Raketentest des Regimes in Pjöngjang, meldete sich US-Präsident Donald Trump zu Wort. Er möchte mit dem wiedergewählten japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe künftiger enger zusammenarbeiten, eine UN-Dringlichkeitssitzung sei zudem ebenfalls geplant. Nordkorea gab nach dem Test zudem bekannt, es sei in der Lage mit seinen Interkontinentalraketen die Vereinigten Staaten zu erreichen.

An der Datenfront rückte die europäische Wirtschaftsstimmung in den Vordergrund. Sie ist so gut wie seit 17 Jahren nicht mehr. Das Barometer stieg im November um 0,5 auf 114,6 Punkte, wie die EU-Kommission mitteilte. Das ist das höchste Niveau seit Oktober 2000, bevor das Platzen der damaligen Internet-Blase die Zuversicht trübte. Zuvor hatten Konjunkturdaten aus Frankreich und Spanien kaum positiv überrascht. Im iberischen Staat fielen die harmonisierten Verbraucherpreise für den November mit einem Jahreszuwachs von 1,7 Prozent etwas unterhalb den Erwartungen von plus 1,9 Prozent aus.

Im weiteren Tagesverlauf werden eine Reihe von Konjunkturdaten aus Deutschland, der Eurozone und den USA erwartet. Besondere Bedeutung messen die Experten der Helaba den um 14.00 Uhr anstehenden harmonisierten Verbraucherpreisen aus Deutschland bei. Erwartet wird ein Plus von 0,2 Prozent zum Vormonat.

Im Branchenvergleich waren zu Mittag Banken und Rohstoffe gut gesucht. Deutsche Bank stiegen um 1,24 Prozent, die Aktien der BNP Paribas um 1,36 Prozent.

Die Bank-Titel der spanischen BBVA verbesserten sich um mehr als zwei Prozent. Die BBVA verkauft Immobilien im Wert von rund 4 Milliarden Euro an den US-Investor Cerberus. Grund dafür sind strengere Kapitalauflagen und die Fokussierung auf das Kreditgeschäft, nachdem es 2007 einen Crash am spanische Immobilienmarkt gegeben hatte.

Unter den weiteren Einzelwerten fielen die Wertpapiere der Londoner Börse (LSE) um 2,05 Prozent. Der Chef der LSE, Xavier Rolet, trat am Mittwoch mit sofortiger Wirkung zurück. Bis ein Nachfolger ernannt sei, solle Finanzvorstand David Warren die Aufgaben zusätzlich übernehmen, teilte man mit.

VW-Aktien rückten dagegen mit plus 2,46 Prozent an die Spitze des europäischen Leitindex. Manager und Betriebsräte des Autobauers wollen am Mittwoch mit Mitarbeitern über die Investitionspläne des Konzerns diskutieren. Der Konzern hatte unter anderem angekündigt, mehr Geld in die Entwicklung von Elektroautos stecken zu wollen.

Die Aktien von Philips gewannen 0,15 Prozent. Der Elektro- und Gesundheitstechnikkonzern Philips ist bei der geplanten kompletten Trennung vom Lichtgeschäft einen großen Schritt weitergekommen. Durch den Verkauf eines zwölfprozentigen Aktienpakets für 547 Millionen Euro sei die Beteiligung an Philips Lighting (minus 2,93 Prozent) unter die Marke von 30 Prozent gesunken, teilte das Unternehmen mit.

Die Ankündigung einer engeren Partnerschaft zwischen Air France-KLM und der indischen Jet Airways gab unterdessen den Papieren der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Auftrieb. Deren Aktien stiegen um 1,65 Prozent.

Im breiteren Euro-Stoxx rangieren hingegen die Aktien eines anderen Leuchtenhersteller, Osram, mit plus 3,74 Prozent weiter unter den besten Titeln. Die Barclays Bank hat die Papiere von „Equal Weight“ auf „Overweight“ angehoben und das Kursziel auf 100 Euro nahezu verdoppelt. Mit seinen optoelektronischen Produkten könne der deutsche Lichtspezialist zu einem Hauptzulieferer für die Autoindustrie werden im Segment des autonomen Fahrens, argumentierten die Analysten.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA261 2017-11-29/12:21


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