Beat Feuz, der Weltmeister vom Aldranser Supermarkt

Abfahrtsweltmeister Beat Feuz (29/SUI) startete standesgemäß in die Saison. Olympia-Gold oder der Kitz-Sieg sind sein Ziel: „Am liebsten aber beides.“

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Weltmeister Beat Feuz flog gleich bei der ersten Saison-Abfahrt in Lake Louise zum Sieg.
© USA TODAY Sports

Wie gelassen geht man als Abfahrtsweltmeister in eine neue Wintersaison?

Beat Feuz: Klar gab es eine erste Zeit des Durchschnaufen­s, aber dann ging es wieder ganz normal weiter. Die Konkurrenz schläft auch nicht. Und meine Karriere ist ja noch nicht fertig, es sollte also schon noch was kommen.

Wie viel Selbstbewusstsein gibt so eine Medaille?

Feuz: Viel, aber vor allem hilft sie bei der Routine. Dass man sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt, wenn manches nicht ganz optimal läuft, weil man ganz einfach weiß, dass es schon mal funktioniert hat. Da wird man durchaus gelassener.

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Sie sind mit einem Sieg in die Saison gestartet. Stehen Sie schon bei 100 Prozent?

Feuz: Es ist immer schwierig zu sagen, wo man steht. Ich muss mit meinem Körper haushalten. Man braucht auch die Rennen, um reinzukommen. Ich finde, dass das Niveau ab Saisonbeginn ansteigt, bei allen Läufern, kommt mir vor. Mein Fokus liegt aber auf dem Jänner mit den Klassikern und dann den Olympischen Spielen. Lake Louise ist ein guter Ort, um in die neue Saison einzusteigen, ein Sieg ist es natürlich auch.

Was ist Ihnen wichtiger, die Klassiker oder die Spiele?

Feuz: Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Olympia ist sicher mein großes Ziel, so wie es auch die Weltmeisterschaft in St. Moritz war. Das ist für mich die eine Kategorie. Was den Weltcup betrifft, sind sicher Wengen und Kitzbühel die zwei größten Highlights. Mit Kitzbühel hätte ich ja vom Jänner noch eine Rechnung offen (Anm. mit bester Zwischenzeit gestürzt). Aber es ist schwierig, dort noch einmal so nahe dran zu sein.

Also Olympia-Gold oder ein Sieg in Kitzbühel?

Feuz: Schwierige Frage. Wenn, dann am liebsten beides. Da könnte ich mich nicht entscheiden. Beides ist sehr reizvoll, beides steht für mich auf einer Stufe.

Sie leben seit vier Jahren in Aldrans. Erkennt man Sie im Supermarkt?

Feuz: Ja, schon. Nicht immer, aber in Aldrans oder auch in Oberperfuss, wo meine Freundin (Anm. Kathrin Triendl, zugleich seine Physiotherapeutin) herkommt, schon. Ich kenne da und dort inzwischen viele Leute.

Wie sieht es in der Innsbrucker Maria-Theresien-Straße aus? Können Sie dort unbeachtet spazieren?

Feuz: Doch, doch, dort schon. Wenn, dann sind es Einzelne, und sicher nicht die Masse. Zum Spazierengehen in Innsbruck bleibt im Winter aber ja ohnehin keine Zeit für mich.

Als Ausgleichssport spielen Sie auch Tennis. Sie wurden heuer sogar Vereinsmeister beim TC Oberperfuss und gelten als unberechenbarer Gegner auf dem Platz.

Feuz: Ja, stimmt. Ich bin eher unberechenbar, weil ich es ja nicht gelernt habe. Mein Gegner im Klubfinale war sicher ein Stück stärker. Aber ich mache das, weil es mir einfach viel Spaß macht.

Das Gespräch führte Sabine Hochschwarzer


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