Fall Praljak - Auch Nazis wählten den Gifttod

Berlin (APA/dpa) - Der vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verurteilte General Slobodan Praljak hat sich am Mittwoch wohl durch Gif...

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Berlin (APA/dpa) - Der vom UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verurteilte General Slobodan Praljak hat sich am Mittwoch wohl durch Gift selbst getötet. Auch Massenmörder der Nationalsozialisten nutzten diese Möglichkeit, um nach dem Zweiten Weltkrieg einer drohenden Strafe zu entgehen.

HERMANN GÖRING: Die amerikanische Armee nimmt den Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe und Vertrauten Adolf Hitlers im Mai 1945 gefangen und hält ihn im Lager Mondorf in Luxemburg fest. Als ranghöchsten Nationalsozialisten klagt ihn der Internationale Militärgerichtshof in Nürnberg im Oktober an. 1946 wird er für schuldig befunden und zum Tod durch Erhängen verurteilt. Kurz vor der Vollstreckung des Urteils begeht er Suizid, indem er eine Kapsel mit dem Gift Zyankali zerbeißt.

HEINRICH HIMMLER: Als Chef der SS ist Himmler unter anderem hauptverantwortlich für die Deportation und Ermordung der Juden. 1945 versucht er unter falschem Namen mit einem Flüchtlingsstrom zu fliehen und wird bei Lüneburg von den Briten gefangen genommen. In dem Gefangenenlager begeht er am 23. Mai 1945 Selbstmord mit Hilfe einer Giftkapsel.

HEINRICH SEETZEN: Als Leiter eines Sonderkommandos im besetzten sowjetischen Gebiet von Juli 1941 bis Juli 1942 ist Seetzen für die Ermordung von mindestens 15.000 Menschen verantwortlich. Später kommandiert er die Todesschwadronen der „Einsatzgruppe B“. 1944 ordnet er an, 6.500 Juden vor dem Einmarsch russischer Truppen im Raum Minsk zu töten. Gegen Ende des Krieges versteckt er sich unter falschem Namen in Hamburg. Am 28. September 1945 entdecken ihn britische Truppen, woraufhin Seetzen auf eine Zyanidkapsel beißt und stirbt.

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