Reformstart feuert private Pleiten an

Seit Oktober gelten die neuen Regelungen für Privatinsolvenzen. Anfang 2018 dürfte es zu einer Privatpleiten-Welle kommen.

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© Erwin Wodicka - wodicka@aon.at

Wien –Seit Anfang November gelten Vereinfachungen für die Privatinsolvenz. In Erwartung der Reform im Privatinsolvenzrecht hatte es ab Februar 2017 deutlich weniger Anträge gegeben – seit Oktober haben diese aber wieder zugenommen, hat der Gläubigerschutzverband AKV erhoben. Da noch viele Altfälle aufgearbeitet werden, rechnet der AKV erst im 1. Quartal 2018 mit einen großen Anstieg.

Nachdem Ende Jänner die Erleichterungen bekannt worden waren, wurden bis September 2017 etwa ein Viertel weniger Privatinsolvenzen als in der gleichen Periode 2016 eröffnet. Im April sank die Zahl der Privatinsolvenzen sogar um knapp die Hälfte (47,62 Prozent). Im Oktober (3,86 Prozent) und November (2,71 Prozent) habe es wieder einen leichten Anstieg im Jahresvergleich gegeben. In Summe liegen die Zahlen der Privatinsolvenzen aber immer noch um rund ein Fünftel (18 Prozent) unter denen des Vorjahres, zeigen die AKV-Zahlen.

Die Dauer der Abschöpfung von Einkommen über dem Existenzminimum ist nur auf fünf und nicht auf drei Jahre verkürzt worden, das schrecke nun einige Schuldner ab.

Auch unter dem neuen Insolvenzrecht enthalten „annähernd sämtliche Insolvenzanträge“ einen vorgeschalteten Zahlungsplan – obwohl direkt ein Abschöpfungsplan zulässig wäre. Der AKV zieht daraus den Schluss, „dass der Zahlungsplan auch zukünftig das primäre Entschuldungs-Instrumentarium darstellen wird“. Die Quoten dürften aber sinken, durchschnittlich 20 Prozent wie in der Vergangenheit dürften nicht mehr erreicht werden. (APA)

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