Energie tanken in der roten Sandsteinwüste Utahs

Fast ein Jahr ist die Osttiroler Radfamilie bereits auf Tour durch Amerika. Die bisher längste Verschnaufpause wurde nun in Moab/Utah eingelegt. In Ruhe genoss das Quartett eine magische Gegend, die Kultcharakter hat.

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So sieht Glück aus: Esmé, Peter, Petra und Ben (v. l.), hier beim Castleton Tower in Utah, genießen ihr freies Leben.
© Petra Stranger

Von Claudia Funder

Außervillgraten, Utah –Ihr Alltag ist ein Abenteuer. Petra Stranger, Peter Van Glabbeek und ihre Kinder Ben und Esmé, die vor ihrer langen Radtour in Außervillgraten wohnten, haben im vergangenen Jahr viel erlebt. Wie die TT berichtete, führte die Reise, die am 7. Dezember 2016 startete, die modernen Nomaden durch Mittelamerika und Kanada, bevor die vier im September die Grenze in die USA überschritten. Seit dem letzten TT-Bericht radelten die vier in Colorado von Savery nach Craig durch die Berge nach Grand Junction und westwärts weiter in den Bundesstaat Utah. Vorerst nach Moab.

Die Familie im Arches Nationalpark/Utah inmitten der vom Wetter gemeißelten Sandstein-Formationen.
© Petra Stranger

In der gut 5000 Einwohner großen Stadt angekommen, trat das Quartett buchstäblich einmal kürzer. Nach der bisherigen Tour – es wurden weit über 10.000 Kilometer zurückgelegt – war die Pause, die zweieinhalb Wochen dauern sollte, auch mehr als wohlverdient. „Das war die längste Ruheperiode des letzten Jahres“, verrät Petra. „Wir haben nette Leute kennen gelernt, Scott und Patsy, und haben uns hier sehr wohlgefühlt.“ Es wurde gewandert, entspannte Tagestouren standen auf dem Programm und die Kinder sind viel geklettert.

Es ist eine Gegend, die durch ihre außergewöhnliche Geologie besticht. Die Umgebung von Moab taucht nicht zufällig in zahlreichen Filmen wie etwa „Thelma und Louise“, „Indiana Jones“ und „Mission Impossible“ als prägnante Kulisse auf. Der Drehort auch für unzählige Westernklassiker hat schon etwas Spezielles.

Petra, Peter, Ben und Esmé waren unter anderem im Arches Nationalpark und im Canyonlands Nationalpark. „Das Faszinierende an der Wüste sind die Farben und Formen“, erklärt es Petra. Wasser und Wind haben aus dem roten Sandstein gigantische Steinbögen, balancierende Türme und allerlei andere natürliche „Skulpturen“ gemeißelt. „Die Wüste hat einfach etwas Magisches“, schwärmen die Radreisenden von ihren Eindrücken. Tagsüber ist es hier immer angenehm warm, etwa 20 Grad. Da kann locker in kurze Hosen geschlüpft werden. Allerdings nur stundenweise, denn nächtens wird es – die Sonne geht früh unter – teils bitterkalt. „Es gab auch schon minus 12 Grad“, erinnert sich Petra. Ein Lagerfeuer spendete am Abend Wärme – und die Kinder liebten es. Sie bastelten Speere, grillten Würste, Brot und Marshmallows. „Peter und ich mussten allerdings immer alles aufessen“, lacht Petra.

Esmé kocht in Colorado für ihre Puppen – zur Sicherheit mit Warnweste: Es ist Jagdsaison.
© Petra Stranger

„Die Luft in der Wüste Moabs ist trocken und klar, es gibt hier nur wenige Tiere. Alles ist leise und still“, beschreibt es Petra. Und in der Nacht lohne sich der Blick nach oben: Der Sternenhimmel zeige sich in seiner ganzen Pracht.

Ben hinterließ auch „Botschaften“ auf Felsen, wie einst die Indianer. „Er schrieb unsere Namen drauf oder Rechnungen wie 5 + 5 = 10. Das interessiert die Nachwelt sicher sehr“, schmunzelt Petra.

Die Familie im Arches Nationalpark/Utah.
© Petra Stranger

Nach vergleichsweise entspannten Tagen in der Wüste von Moab wurden die Räder und der Anhänger wieder bepackt. Die Familie nahm erneut Fahrt auf. Für das Quartett ging es weiter: noch einmal in den Bundesstaat Colorado nach Telluride und Durango.

Dieser Tage will das Quartett New Mexico erreichen. Das angepeilte nächste Ziel ist die Hauptstadt Santa Fe. „Dort wollen wir einen Freund besuchen, einen Amerikaner, der in Europa studiert hat“, berichtet Petra. Und auch ein weiterer Vortrag über ihre Tour stehe dort wieder auf dem Programm, mit dem die Radreisenden Einheimischen Einblick in ihr Abenteuer bieten.

Die TT wird diese nicht alltägliche Reise weiterhin redaktionell begleiten und das nächste Mal berichten, wo Petra, Peter, Ben und Esmé zum Jahreswechsel sind und welche Route sie für 2018 angepeilt haben.

Ein eingespieltes Radreiseteam: Peter, Ben, Esmé und Petra (von links) auf einer Tagestour bei Grand Junction in Colorado.
© Petra Stranger

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