Plantage im Schulkeller: Zukunft von Hanfzüchter offen

Der Schuldirektor betont, dass die Plantage in Privaträumen untergebracht war.

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© Andreas Rottensteiner / TT

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Nach dem Fund seiner Cannabis-Plantage ist der langjährige Mitarbeiter des BORG (Bundesoberstufenrealgymnasium) am Donnerstag nicht an seinem Arbeitsplatz erschienen. „Sein Arzt hat angerufen und ihn krank gemeldet“, bestätigt Peter Martha, Direktor des Gymnasiums. Wie es mit dem Hanfzüchter weitergeht, ist noch unklar: „Mögliche dienstrechtliche Konsequenzen werden derzeit geprüft und sind auch mit der Personalvertretung zu beraten“, erklärt Bernhard Deflorian, Sprecher des Landesschulrats: „Momentan steht daher noch nicht fest, welche Entscheidung schließlich getroffen wird.“

Deflorian und Martha betonen weiters, dass die Hanfpflanzen zwar im Schulgebäude, aber in einem privat genützten Kellerraum angebaut wurden. Weder Schüler, Lehrer noch der Direktor „hatten dort Zutritt“, so Martha, der von einem großen Imageschaden für die Schule ausgeht.

Tatsächlich sorgt der Bericht über die Marihuana-Plantage im BORG-Gebäude vor allem in den sozialen Netzwerken für Spott. So wird das Oberstufengymnasium als „Highschool“ bezeichnet und das Marihuana als „Anschauungsmaterial für den Botanikunterricht“.

Wie berichtet, hat ein anonymer Hinweis die Beamten des Suchtmittel-Referats der Innsbrucker Kripo auf die Plantage im Schulgebäude aufmerksam gemacht. Bei einem Kontrollgang am Mittwoch stießen die Drogenfahnder in einem abgesperrten Kellerraum auf 13 Hanfpflanzen, zwischen 800 und 900 Gramm Marihuana und eine professionelle Zuchtanlage. Der Wert der Drogen liegt bei etwa 10.000 Euro. Die Beamten fanden auch rasch heraus, wer für die Plantage verantwortlich ist. Ein Mitarbeiter der Schule wurde vorübergehend festgenommen. Der Mann hat noch am Mittwoch ein umfassendes Geständnis abgelegt. Er wurde auf freien Fuß gesetzt und bei der Innsbrucker Staatsanwaltschaft angezeigt.

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