Gedenktafel an Opfer der NS-Zeit in Kemeten soll Realität werden

Kemeten (APA) - Die seit Jahren diskutierte Gedenktafel für etwa 200 während der NS-Diktatur im Zweiten Weltkrieg aus Kemeten im Südburgenla...

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Kemeten (APA) - Die seit Jahren diskutierte Gedenktafel für etwa 200 während der NS-Diktatur im Zweiten Weltkrieg aus Kemeten im Südburgenland verschleppte und ermordete Roma soll nun endlich Realität werden. Bis zum Frühjahr sei geplant, eine Skulptur zu errichten, an der auch eine Tafel an die Zeit des Nationalsozialismus erinnern soll, teilte Bürgermeister Wolfgang Koller (SPÖ) am Donnerstag mit.

Es sei vorgesehen, diesen „Geschichtskreis“ vor dem Gemeindezentrum aufzustellen, bestätigte der Ortschef einen Bericht des ORF Burgenland. Auf der Skulptur sollen zehn bis zwölf Tafeln befestigt sein, die sich mit der Geschichte der Gemeinde auseinandersetzen - darunter auch mit der NS-Zeit und der Ermordung der Roma. Die Skulptur soll etwa drei Meter hoch werden und den Ausgangspunkt eines Rundwanderweges rund um die Ortschaft darstellen.

Das Gerüst dazu sei bereits vorhanden. Die noch ausstehenden Kosten bezifferte Koller mit unter Tausend Euro. Das Projekt sei bereits 2006 im Gemeinderat beschlossen worden. Er setze es nun in der Form um, wie es von seinem Amtsvorgänger Johann Nussgraber (SPÖ) in Absprache mit dem bereits verstorbenen Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma, Rudolf Sarközi, vorgesehen gewesen sei. „Ich setze um, was damals vereinbart wurde“, so Koller.

Er hatte das Amt zu Jahresanfang von seinem Vorgänger übernommen. Warum seit dem Gemeinderatsbeschluss eine so lange Zeit verstrichen sei, könne und wolle er nicht beantworten, sagte Koller. „Das müssen Sie meinen Vorgänger fragen.“


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