Papst nimmt Bad in der Menge - 100.000 bei Messe in Dhaka

Yangon (Rangun) (APA/dpa/AFP) - Papst Franziskus hat in Bangladesch vor rund 100.000 Menschen eine Messe unter freiem Himmel gefeiert. Dabei...

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Yangon (Rangun) (APA/dpa/AFP) - Papst Franziskus hat in Bangladesch vor rund 100.000 Menschen eine Messe unter freiem Himmel gefeiert. Dabei weihte er am Freitag im Suhrawardy-Udyan-Park in der Hauptstadt Dhaka 16 Priester - das erste Mal bei einer Reise. Als Franziskus im Papstmobil durch die jubelnde Menge fuhr, erklangen „Viva-Papa“-Rufe.

Der Papst wurde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen in einem vor Ort hergestellten Papamobil zum Suhrawardy Udyan Park in der Hauptstadt Dhaka gebracht, der von tausenden Sicherheitskräften bewacht wurde. Busse mit Gläubigen kamen aus allen Landesteilen zu der Messe. Viele Menschen standen stundenlang an, um in den Park hineinzukommen. Kinder quengelten.

Der Enthusiasmus und die Erwartungen sind groß, dass das Oberhaupt der Katholiken dem armen und häufig von Naturkatastrophen heimgesuchten Land Hoffnung macht. „Es ist wichtig, dass er unserem Land ein wenig Aufmerksamkeit bringt“, sagte Nazrul, der bei der Messe als Freiwilliger mitarbeitete. In dem muslimischen Land gibt es nur eine kleine katholische Minderheit. Nur 0,24 Prozent der mehr als 160 Millionen Bewohner des Landes sind Katholiken.

Franziskus hatte sich zu Beginn seines Pontifikats eine „arme Kirche für die Armen“ zum Ziel gesetzt. In Bangladesch fährt der Papst auch an Elendssiedlungen vorbei, wenn er mit seinem Gefolge in Dhaka unterwegs ist.

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Später am Freitag wollte Franziskus eine Gruppe von 16 Flüchtlingen der muslimischen Minderheit der Rohingya aus Myanmar treffen, darunter auch zwei Kinder.

Der seit Jahren andauernde Konflikt um die Rohingya, die im buddhistischen Myanmar systematisch unterdrückt werden, war Ende August eskaliert. Seither wurden durch das Militär hunderte Rohingya getötet, rund 620.000 Rohingya flüchteten ins verarmte Nachbarland Bangladesch.

Während seines vorherigen Besuchs in Myanmar hatte der Papst zur „Achtung jeder Volksgruppe“ aufgerufen, die Rohingya aber nicht explizit genannt. Dies war ihm von Kritikern angekreidet worden. Zum Auftakt seines Besuchs in Bangladesch hatte Franziskus die Weltgemeinschaft am Donnerstag zu „entschiedenen Maßnahmen“ in der Flüchtlingskrise aufgefordert. Das Wort „Rohingya“ vermied er erneut und sprach stattdessen von „Flüchtlingen, die in Massen aus dem Bundesstaat Rakhine“ in Myanmar gekommen seien.


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