Die gute Geschichte: Ein Kochbuch gegen den Hunger

Sechs Mädchen aus Absam sagen dem Hunger in Afrika den Kampf an. Das dritte Türchen des Adventkalenders beschäftigt sich mit „72 Stunden ohne Kompromiss“.

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Melanie Tilg, Anna-Lena Hofer, Lara Frickh und Jugendleiterin Petra Prinoth (v. l.) gestalteten ein Kochbuch.
© Caritas

Innsbruck –„72 Stunden ohne Kompromiss“ ist jenes Projekt, bei dem Jugendliche die Aufgabe haben, sich drei Tage lang in einer Form sozial zu engagieren.

Lara Frickh, Anna-Lena Hofer, Verena Mayer, Elena Ortner, Maria Sponring und Melanie Tilg aus Absam stellten sich dieser Herausforderung und gestalteten ein Kochbuch zugunsten eines Ernährungszentrums und eines Landwirtschaftsprojektes in Burkina Faso. Dabei sollte das Kochbuch „Absams Soul Cuisine – Gesammelte Absamer Kochrezepte“ einerseits ein Zusammentreffen von Alt und Jung, andererseits von Ur-Absamern und Neuzugezogenen ermöglichen und schlussendlich die Vielfalt im Ort aufzeigen. Unterstützt von Jugendleiterin Petra Prinoth machten sich die Jugendlichen an die Arbeit – 72 Stunden waren eben Zeit dafür.

Am ersten Tag besuchten die Mädchen das Altenwohnheim, um Rezepte der Heimbewohnerinnen zu sammeln. Die Bewohnerinnen waren darüber ebenso begeistert wie die Jugendlichen. „Im Altenheim hatten wir sehr schöne Begegnungen, da hinter jedem Rezept auch eine Lebensgeschichte steckte“, erinnert sich Melanie. Am zweiten Tag waren alle Gemeindebürgerinnen eingeladen, ihr Lieblingsrezept in der Pfarre abzugeben. Mit Flugblättern in der Schule, im Kindergarten und der Pfarre rührten die Mädels zuvor schon fleißig die Werbetrommel. Mit Erfolg: Der Ansturm war nämlich groß. Viele kamen vorbei, um ihr Rezept zu deponieren, für jedes abgegebene gab es Kuchen und Kaffee. Insgesamt 150 Kochempfehlungen kamen so zusammen. Bis in die späten Abendstunden saßen die sechs Mädchen im Pfarrhaus, um die Rezepte abzutippen.

Der letzte Tag des Projekts wurde genutzt, um sich bei der Messe bei allen Bürgern zu bedanken und Werbung für das Kochbuch zu machen. Alle drei Tage verbrachten die Freundinnen im Pfarrhaus und versorgten sich in dieser Zeit selbst. Bei benachbarten Bauern baten sie um Kartoffeln und Milch. Zwischen all den Aktivitäten wurden das Vorwort für das Buch verfasst, die Grundstruktur überlegt, Kategorien eingearbeitet, alles vereinheitlicht und passende Bilder gesucht. Die Pfarre Absam unterstützt schon längere Zeit Caritas-Projekte in Burkina Faso und erklärte sich bereit, die Druckkosten für das Kochbuch zu übernehmen. Vorerst wurden 100 Exemplare gedruckt. Der Verkauf erfolgte in der Pfarrkirche. Die Nachfrage nach dem Kochbuch war aber so groß, dass es nach kurzer Zeit bereits vergriffen war – sogar aus Salzburg gab es Anfragen. Insgesamt konnten die Jugendlichen 2700 Euro aus dem Bücherverkauf einnehmen.

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Die Summe kommt zur Hälfte einem Ernährungszentrum und zur anderen Hälfte einem Projekt zur verbesserten Landwirtschaft und Ernährungssicherheit der Caritas in Burkina Faso zugute. Das Kochbuch habe zwar sehr viel Energie in Anspruch genommen, aber: „Wir sehen jetzt das Ergebnis, welches unsere Mühen entschädigt“, so die Mädchen unisono. Derzeit werden zu Hause die Rezepte fleißig nachgekocht. Im nächsten Herbst wollen sich die Mädchen wieder am 72-Stunden-Projekt beteiligen. (TT)


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