Moskau-treue orthodoxe Kirche in der Ukraine formal unabhängig

Moskau/Kiew (APA/dpa) - Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat ihrer Tochterkirche im Nachbarland Ukraine formal den Status der Unabhängigkeit ve...

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Moskau/Kiew (APA/dpa) - Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat ihrer Tochterkirche im Nachbarland Ukraine formal den Status der Unabhängigkeit verliehen. Das beschloss eine Bischofssynode in Moskau, wie die Zeitung „Westi“ am Freitag laut Kathpress berichtete.

Der Vorsteher der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, Onufrij, hatte darum gebeten. Der besondere Status der Ukrainer werde im Statut der Russisch-Orthodoxen Kirche festgeschrieben, sei jedoch bereits vorher praktiziert worden.

Die kirchliche Landschaft in der Ex-Sowjetrepublik Ukraine ist sehr zersplittert, es gibt allein vier orthodoxe Kirchen. Die moskautreue Kirche ist die größte von ihnen, in ihrer Hand sind die wichtigsten Heiligtümer wie das Höhlenkloster in Kiew. Die formale Unabhängigkeit soll Druck von der Kirche nehmen. Im ukrainischen Parlament liegen seit längerer Zeit Gesetzentwürfe, die Kirche wegen ihrer Moskautreue unter staatliche Kontrolle zu stellen. Die Ukraine betrachtet Russland wegen der Annexion der Halbinsel Krim und der Unterstützung der Separatisten in der Ostukraine als Aggressor.

Die Ukrainisch-Orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats sieht sich als Nationalkirche, sie hatte sich mit der Unabhängigkeit 1992 von Moskau abgespalten. Vor der Synode wandte sich deren Vorsteher Filaret in einem Schreiben an den russischen Patriarchen Kyrill. Der als Sensation aufgefasste Brief handelt von gegenseitigem Vergeben und der Wiederaufnahme des Dialogs. Moskau interpretierte das auf Russisch verfasste Schreiben als Bitte, den über Filaret verhängten Kirchenbann aufzuheben.

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