Streit um Köche und Kellner bricht wieder aus

Tourismus will Drittstaaten-Köche. ÖGB fordert bessere Jobbedingungen.

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Innsbruck –Zu Beginn der Wintersaison kocht der Streit um das Tourismuspersonal hoch. Die Wirtschaftskammer klagt über einen Mangel an Köchen und Kellnern und fordert erneut, diese Berufe auf die Mangelberufsliste zu setzen, damit Betriebe Personal aus dem EU-Ausland einsetzen können. Tourismus-Spartenobfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher gibt zu verstehen, dass andernfalls Köche und Kellner noch mehr unter Druck gesetzt würden. „Der Arbeitsdruck auf viele Küchen- und Servicemannschaften wird zunehmend steigen.“ Sie gibt der Gewerkschaft die Schuld, die keine Nicht-EU-Bürger für diese Berufe zulassen wolle. Auf die Mangelberufsliste würden Berufe kommen, für die pro Stelle höchstens 1,5 Jobsuchende vorgemerkt sind. In Tirol liege diese „Stellenandrangsziffer“ für Köche nur bei 0,5.

Für Tirols ÖGB-Chef Philip Wohlgemuth suche die Wirtschaftskammer „das Heil in billigen Arbeitskräften“ aus Drittstaaten. In Tirol würden bereits zwei arbeitsuchende Köche auf eine offene Stelle kommen, so Wohlgemuth mit Verweis auf das Sozialministerium. Er wünsche sich, „dass man mit dem gleichen Engagement an der Verbesserung der Arbeitsbedingungen arbeitet“. Niedrige Löhne sowie relativ schlechte Arbeitsbedingungen seien der Hauptgrund für fehlendes Personal.

In Tirol stellt sich die Situation differenziert dar. Mit Stichtag 30. November sind beim AMS Tirol 273 sofort besetzbare Stellen für ausgebildete Köche gemeldet, dazu 551 offene Stellen, die nicht sofort verfügbar sind. Dem gegenüber stehen 1438 arbeitslose Köche mit Einstellzusage plus 199 ohne Einstellzusage. Bei ausgebildeten Kellnern sieht es in Tirol aktuell so aus: 261 sofort verfügbare und 630 nicht sofort verfügbare Stellen. Dem gegenüber stehen 2196 arbeitslose Kellner mit und 392 ohne Einstellzusage. (mas)

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