Krippenraritäten locken nach Absam

Zum 90. Jubiläum zeigt der Krippenverein Absam ausgewählte Krippenkunstwerke aus vier Jahrhunderten. Darunter auch historische Schätze von Künstlern wie Johannes Nepomuk Giner dem Älteren.

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Die „Verherrlichung des Namen Jesu durch die vier Erdteile“ von Johann Nepomuk Giner dem Älteren (1756–1833; l.)
© Johannes Vilanek

Absam –Das Jubiläum „90 Jahre Krippenverein Absam“ ist Anlass für eine außergewöhnliche Ausstellung im Absamer Gemeindemuseum: Zu bestaunen sind ausgewählte Krippenkunstwerke aus vier Jahrhunderten – meist Leihgaben aus Privatbesitz –, die eine für den Laien erstaunliche stilistische und motivische Vielfalt offenbaren.

Zu den historischen Schätzen, die Vereinsobmann Werner Willard besonders hervorhebt, zählen etwa zwei selten ausgestellte Szenen der berühmten Absamer Kirchenkrippe von Johann Nepomuk Giner dem Älteren (1756–1833) – namentlich die Beschneidungsszene und die „Verherrlichung des Namen Jesu durch die vier Erdteile“. Spannend: Beide Motive sind in der Schau nicht nur geschnitzt, sondern auch auf Papier zu sehen: Johann Nepomuks älterer Vetter Joseph Giner, genannt „Klausen-Seppl“ (1730–1803), malte nämlich meisterliche Papierkrippen. Eine weitere Rarität ist die Szene „Die Hochzeit zu Kana“ (um 1790) von August Alois Probst aus Südtirol – ein Motiv, das noch zur so genannten „Fröhlichen Krippe“ gezählt, heute aber kaum noch ausgestellt wird.

Auch spätere Schnitzergenerationen sind mit ganz besonderen Werken vertreten: Von Hans Lechner (1882–1972) stammt eine Krippe, die u. a. den Haller Münzerturm als Hintergrund zeigt, ebenso ein „Krippenaltar“, der sich öffnen und schließen lässt. Einen anregenden zeitgenössisch-experimentellen Kontrast bietet eine – seinerzeit nicht unumstrittene – Krippe des aus Wenns stammenden, 2003 in Telfs verstorbenen Bildhauers Martin Gundolf.

Die Krippe samt Haller Münzerturm von Hans Lechner stammt aus dem Jahr 1927.
© Matthias Breit

Absamer Krippenkünstler von heute, etwa Karl und Siggi Obleitner, finden in der Schau natürlich ebenfalls prominent Platz. Dazu kommen noch frische Werke aus einem Jugendkurs oder eine Auswahl von „Laternenkrippen“, laut Willard der „neueste Schrei“ im Krippenwesen: Dabei werden in Laternen orientalische Hintergründe geschaffen und mit Figuren bestückt – platzsparend und daher auch für Stadtwohnungen geeignet.

Zu erleben ist die Ausstellung noch am 6. und 7. Dezember von 18 bis 21 Uhr sowie am 8., 9. und 10. Dezember von 10 bis 18 Uhr. Der Krippenverein Absam feiert seinen „Geburtstag“ zudem mit einem musikalisch umrahmten Fest – am 8. Dezember um 20 Uhr im Absamer „KiWi“.

Erstaunliches Detail am Rande: Werner Willard, seit 2016 im Amt, ist nach dem Mesner Anton Haider und dessen Nachfolger Hubert Mölk erst der dritte (!) Obmann in der 90-jährigen Geschichte des Krippenvereins ... (md)


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