Verbündete Rebellengruppen im Jemen liefern sich heftige Gefechte

Sanaa (APA/AFP) - Im Jemen ist es erneut zu heftigen Gefechten zwischen verbündeten Rebellengruppen gekommen. In der Hauptstadt Sanaa liefer...

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Sanaa (APA/AFP) - Im Jemen ist es erneut zu heftigen Gefechten zwischen verbündeten Rebellengruppen gekommen. In der Hauptstadt Sanaa lieferten sich Kämpfer der schiitischen Houthi-Rebellen und Anhänger des gestürzten Staatschefs Ali Abdullah Saleh am Freitag den dritten Tag in Folge bewaffnete Auseinandersetzungen. Im Süden der Hauptstadt war nach Angaben von Augenzeugen am Abend heftiges Gewehrfeuer zu hören.

Auch am Haus des Rebellenkommandanten Tarek Saleh, einem Neffen des gestürzten Präsidenten, kam es erneut zu Gefechten. Am Donnerstagabend waren dort bei Kämpfen drei Menschen getötet worden, wie die frühere Regierungspartei GPC mitteilte. Gespräche über eine Waffenruhe zwischen der politischen Führung der Houthi-Rebellen und den Saleh-Anhängern gingen demnach am Freitag ohne Einigung zu Ende.

Im Jemen kämpfen die schiitischen Houthi-Rebellen und mit ihnen verbündete Militäreinheiten des gestürzten Staatschefs Saleh seit 2014 gegen Truppen des nach Saudi-Arabien geflohenen sunnitischen Präsidenten Abd Rabbo Mansour Hadi. 2015 griff ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis zugunsten von Hadi in den Konflikt ein. Seitdem wurden mehr als 8600 Menschen getötet.

Nach Angaben der UNO hat der Bürgerkrieg im Jemen die „schlimmste humanitäre Krise der Welt“ ausgelöst. Sieben Millionen Menschen stehen demnach kurz vor einer Hungersnot. Verschärft wurde die Krise zuletzt durch eine Blockade, die das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis Anfang November nach dem Abschuss einer Rakete auf die saudi-arabischen Hauptstadt Riad verhängt hatte. Von der Blockade waren auch die internationalen Hilfslieferungen für die Zivilbevölkerung im Jemen betroffen.

Nach Einschätzung von UN-Experten stammten offenbar mehrere der auf Saudi-Arabien abgefeuerten Raketen aus dem Iran. Laut einem vertraulichen Bericht für den US-Sicherheitsrat, den die Nachrichtenagentur AFP am Freitag einsehen konnte, wurde an einem Raketenrest, der an der Einschlagstelle eines Angriffs vom 4. November gefunden wurde, ein Logo gefunden, das dem eines iranischen Herstellers ähnelt.

Die Houthi-Rebellen sind mit dem Iran verbündet. Der Iran hat jedoch wiederholt Vorwürfe Saudi-Arabiens und der USA zurückgewiesen, die Rebellen auch mit Waffen zu beliefern. Solche Lieferungen wären ein Verstoß gegen ein von der UNO verhängtes Embargo. Erst am Donnerstag hatte Saudi-Arabien nach eigenen Angaben wieder eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen.


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