Honduras-Krise: Zwei Tote und Ausnahmezustand nach Wahl

Tegucigalpa (APA/dpa) - Rund eine Woche nach der Präsidentschaftswahl droht die Lage in Honduras wegen Wahlfälschungsvorwürfen gegen Präside...

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Tegucigalpa (APA/dpa) - Rund eine Woche nach der Präsidentschaftswahl droht die Lage in Honduras wegen Wahlfälschungsvorwürfen gegen Präsident Juan Orlando Hernandez zu eskalieren. Bereits zwei Menschen starben bei Protesten, darunter eine 19-Jährige, die sich während einer Ausgangssperre mit einer Gruppe junger Leute auf der Straße befand und Schussverletzungen erlag.

Eine von der Regierung wegen der Proteste verhängte Ausgangssperre zwischen 18.00 und 06.00 soll zehn Tage gelten. Noch immer gibt es kein Endergebnis der Wahl.

Militär und Polizei sollen Proteste ersticken und die Ordnung wieder sichern. Zunächst war Oppositionskandidat Salvador Nasralla, der die grassierende Korruption und Gewalt bekämpfen will, deutlich vorn gelegen, teilweise knapp fünf Prozentpunkte. Nach und nach wendete sich das Blatt. Nach Auszählung fast aller Stimmen führte plötzlich Amtsinhaber Hernandez mit mehr als einem Prozentpunkt.

Immer wieder verschob die Wahlbehörde die Veröffentlichung des Endergebnisses, so sollten noch einmal hunderte Urnen geöffnet und Stimmen nachgezählt werden. In Tegucigalpa und anderen Städten wurden Brandsätze gelegt, die Polizei setzte Tränengas ein. Er werde das offizielle Ergebnis nicht anerkennen, kündigte Nasralla an.

Schon 2013 war der bekannte Sportjournalist für die Antikorruptionspartei (PAC) bei der Präsidentschaftswahl angetreten, unterlag aber dem konservativen Kandidaten Hernandez. Das Land mit seinen acht Millionen Einwohnern gilt als eines der ärmsten und gefährlichsten in Mittelamerika. In den letzten Tagen kam es auch zu Plünderungen. Menschen drangen in Geschäfte und Einkaufszentren ein und stahlen Lebensmittel, Kleidung und Elektrogeräte. „Das wird nicht nur einen Tag dauern oder einen Monat, das wird so lange dauern, bis das Land am Ende ist“, sagte Nasralla.

Präsident Hernandez rief seine Anhänger zu Besonnenheit auf: „Ich fordere das honduranische Volk und die Leute meiner Partei dazu auf, Ruhe zu bewahren und auf das Ergebnis des Wahlamts zu warten“.


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