Vom Kühtai soll es nach Peking gehen

Vor den Augen einer Delegation des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) ließ der Ötztaler Thomas Kammerlander beim Weltcup-Auftakt der Naturbahnrodler im Kühtai die heimischen Fans jubeln.

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Vogelperspektive auf die Strecke.
© Walch

Von Alois Moser

Kühtai — Die Sonne lacht im Kühtai und mit ihr Gerald Kammerlander. „Das war ein sensationelles Wochenende", sprudelte es aus dem Sportdirektor für das Naturbahnrodeln im Österreichischen Rodelverband heraus. Die Freude beim Ötztaler war nur allzu verständlich: Mit einem Sieg und drei zweiten Plätzen legten die österreichischen Naturbahnrodler beim Weltcup-Auftakt im heimischen Kühtai einen Traumstart hin. Und auch abseits des sportlichen Geschehens durfte sich Kammerlander freuen.

„Ich denke, dass wir uns mit so einer tollen Veranstaltung nicht verstecken müssen", freute sich Kammerlander über ein Spektakel, das auch viele Fans anzog. „Auf so etwas schaut das IOC", wusste Kammerlander. Beim Bewerb im Kühtai waren nämlich Delegationen des Internationalen Olympischen Komitees sowie der angepeilten Olympischen Spiele in Peking 2022 anwesend, die sich im Prozedere der Olympiabewerbung selbst einen Eindruck verschaffen wollten. Das Feedback sei positiv ausgefallen. „Zusage haben wir noch keine bekommen", schmunzelte Kammerlander. Der Sport habe sich jedoch von seiner besten Seite präsentiert.

Wie die Faust aufs Auge passte da natürlich der Sieg des jüngeren Kammerlander, nämlich Geralds Bruder Thomas: Der Weltcup-Titelverteidiger holte sich mit einer fehlerlosen Fahrt im Finale den Tagessieg. „Das Rennen war wahnsinnig spannend. Im ersten Lauf hatte ich einen Fehler, aber ich bin ohnehin lieber der Jäger als der Gejagte", erzählt „Kammi" von seiner Sicht des Krimis, in dem er erst Patrick Pigneter (ITA) hinter sich ließ und anschließend auch noch den Führenden Alex Gruber (ITA) abfing: „Dass es sich so ausgeht, ist schon gigantisch." Der knapp Geschlagene nahm's sportlich: „Mir ist ein kleiner Fehler passiert, und da ist man gleich weg vom Fenster."

Tobias Angerer und Rupert Brüggler im Teambewerb.
© gepa

Ein solcher passierte Tina Unterberger im Teambewerb, den wiederum Italien vor Österreich und Russland für sich entscheiden konnte.

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Auch im Doppelsitzer triumphierten mit Patrick Pigneter und Florian Clara die Nachbarn — der zweite Platz von Tobias Angerer und Rupert Brüggler glänzte für Sportdirektor Kammerlander aber wie ein Sieg: „Nach dieser kurzen Vorbereitung war das sensationell." Der Zillertaler Weltmeister Angerer freute sich jedenfalls: „Wir sind voll zufrieden."

Das war auch Wahl-Tirolerin Unterberger, die sich um drei Hundertstel Greta Pinggera (ITA) geschlagen geben musste: „Es überwiegt definitiv die Freude." Weitere Top-Resultate wie die vierten Plätze durch Michael Scheikl und Michelle Diepold ließen den Sportdirektor jubeln: „Das war der bisher beste Auftakt für uns überhaupt. Wir haben den Italienern gleich einmal den Fehdehandschuh hingeworfen."

Naturbahnrodel-Weltcup im Kühtai

Einsitzer, Herren: 1. Thomas Kammerlander (AUT) 1:02.09 Min., 2. Patrick Pigneter (ITA) +0,21, 3. Alex Gruber (ITA) 0,25, 4. Michael Scheikl (AUT) 0,39, 5. Christian Schopf (AUT) 1,19, 8. Florian Glatzl (AUT) 1,34

Einsitzer, Damen: 1. Greta Pinggera (ITA)1:04.31, 2. Tina Unterberger (AUT) +0,03, 3. Evelyn Lanthaler (ITA) 0,56, 4. Michelle Diepold (AUT) 0,58, 5. Daria Maleeva (RUS) 0,85, 13. Vanessa Markt (AUT) 6,23.

Doppelsitzer: 1. Pigneter Clara (ITA) 1:06,74, 2. Brüggler/Angerer (AUT) +1,04, 3. Porshnev/Lazarev (RUS) 1,11, 4. Martyanov/Rodin (RUS) 1,75, 5. Egorov/Popov (RUS) 1,90, 6. Achenrainer/Brugger (AUT) 2,21

Teambewerb: 1. Italien (Pinggera/Gruber/Pigneter/Clara) 1:40,27, 2. Österreich (Unterberger/Kammerlander/Brüggler/Angerer) 1,47, 3. Russland (Maleeva/Egorov/Porshnev/Lazarev) 2,69


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