Ski alpin: Starke ÖSV-Herren in Nordamerika

Beaver Creek (Colorado) (APA) - Mit zwei Siegen und sechs Podestplätzen im Gepäck sind Österreichs Ski-Herren von der Nordamerika-Tournee 20...

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Beaver Creek (Colorado) (APA) - Mit zwei Siegen und sechs Podestplätzen im Gepäck sind Österreichs Ski-Herren von der Nordamerika-Tournee 2017 zurück nach Europa geflogen. Die Siege von Marcel Hirscher im Riesentorlauf sowie Vincent Kriechmayr im Super-G von Beaver Creek toppten 2017 die starken Vorstellung in Kanada und den USA.

„Ich bin sehr zufrieden. Speziell wie Marcel Hirscher das umgesetzt und sich auf das Training hin noch gesteigert hat, ist gewaltig“, lobte Herren-Rennsportleiter Andreas Puelacher. „Aber insgesamt hat das ganze Team Top-Leistungen gebracht.“

Lake Louise und Beaver Creek bewiesen vor allem auch, dass im ÖSV-Speedbereich die Trendwende gelungen ist. Fünf Podestplätze in vier Rennen und der Kriechmayr-Sieg waren ein starkes Statement und der Beweis, dass Neo-Coach Sepp Brunner frischen Wind gebracht hat.

„Wir waren drei Wochen herüben und über diese Zeit hat sich die Speed-Truppe sehr gut weiterentwickelt und gute Leistungen gebracht“, zog Puelacher zufrieden Bilanz. „Wir haben viel und gut gearbeitet und den Anschluss an die Weltspitze geschafft. Vier verschiedene Leute auf dem Podest, das ist stark.“

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Wirklich daneben ging mit der Abfahrt in Beaver Creek freilich ausgerechnet das „Königsrennen“ auf der Birds of Prey. „Das muss man genau analysieren“, versprach Puelacher vor der Abreise. „Vor allem, warum wir speziell oben so viel Zeit auf die Spitzenleute verloren haben.“

„Ich weiß es natürlich“, sagte Hannes Reichelt behielt die Erkenntnis aber für sich. Auch für den Salzburger ist Gröden der nächste Speed-Auftritt. „Das ist sicher nicht mein Lieblingshang und die Erwartungen sind natürlich nicht so hoch wie in Beaver Creek.“ Der Riesentorlauf davor in Val d‘Isere ist kein Thema. „Dafür hätte ich in Beaver eine utopische Leistung bringen müssen.“

Auch Matthias Mayer kletterte nicht unzufrieden in den Flieger, obwohl das Wochenende in Beaver wenig berauschend gewesen war. „Klar hätte ich mir ein bissl mehr vorgestellt, trotzdem war es ein guter Start“, verwies der Olympiasieger auf Platz zwei in der Abfahrt von Lake Louise.

„Wir können alle zusammen als Team sehr zufrieden heimfahren“, ist „Mothl“ überzeugt. Er selbst müsse aber noch an einigen Schrauben drehen. „Vor allem darf man jetzt nicht überhastig werden, nur weil es in der Beaver-Abfahrt nicht so gut gelaufen ist. Es heißt, konsequent weiterzuarbeiten und zu schauen, beim nächsten Mal wieder vorne dabei zu sein.“

Auf Gröden freut sich der Kärntner natürlich. „Wobei meine richtige Freude erst im Jänner anfangt“, sagte Mayer schmunzelnd. „Der Dezember ist für mich immer ein bissl zäh.“

War Puelacher mit seinen Abfahrts-Stars also zufrieden, fiel der Blick weiter nach hinten nicht ganz so gut aus. „Bei den Jungen, da müssen wir stärker werden. Das ist mir ein bissl zu wenig, da müsste etwas mehr kommen“ sagte der Rennsportleiter.

Natürlich seien einige zum ersten Mal in Nordamerika gewesen. „Und natürlich ist es immer was Großes, wenn man erstmals über die Birds of Prey runter muss. Sie haben sich im Training gut geschlagen, im Rennen hat es leider nicht so hingehaut.“

Ausdrücklich Lob gab es von Puelacher für Johannes Kröll. „Er hat in beiden Abfahrten gepunktet“, sagte der Tiroler über den 26-jährigen Neffen des einstigen Abfahrtsweltcupsiegers Klaus Kröll. Dabei ist es ein Wunder, dass Kröll überhaupt noch dabei ist, hatte er wegen anhaltender Probleme doch für einige Monate seine Karriere schon beendet gehabt. Puelacher: „Ich bin sicher, dass die anderen nachziehen werden.“

Dass insgesamt die vielen Podestplätze auch auf das ungewöhnliche Warmwetter an den sonstigen Kältepolen und einen veränderten Schnee zurückzuführen seien, glaubt Puelacher nicht. „Ich denke eher, dass wir unsere Hausaufgaben gut gemacht haben, den Schnee besser im Griff hatten und deshalb diesmal in Nordamerika konkurrenzfähig waren.“

Deshalb kehre man mit einem „gesunden Selbstvertrauen“ in die Heimat zurück. „Wir haben gesehen, dass wir dabei sind. Wir müssen das Ganze jetzt konstant werden lassen. Wenn wir auf diesem hohen Niveau weitertrainieren, wird es passen.“

Puelacher freut sich auch darauf, dass die Zuschauer-Aufmerksamkeit in Europa noch größer sein wird. „Wir freuen uns alle, dass es jetzt nach Hause geht. Und mit Gröden wartet gleich wieder ein Klassiker, den Max Franz letztes Jahr gewonnen hat. Ich freue mich riesig auf diese Bewerbe.“


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