Neue Bau/Wohn-Anleihen an der Wiener Börse - Erste Euges-Emission

Wien (APA) - Am heutigen Montag startet die Zeichnungsfrist für zwei neue Anleihen im Immo-Bereich, mit denen die zur schilling-Gruppe gehör...

Wien (APA) - Am heutigen Montag startet die Zeichnungsfrist für zwei neue Anleihen im Immo-Bereich, mit denen die zur schilling-Gruppe gehörende Euges mbH erstmals an den Kapitalmarkt geht. Das WohnWertPapier I im Volumen von 25 Mio. Euro bietet den Anlegern 7 Jahre lang 4,25 Prozent Zinsen per annum, das BauWertPapier I mit 15 Mio. Euro Volumen 5,50 Prozent jährlich bei 5 Jahren Laufzeit.

Die Inhaber-Teilschuldverschreibungen sollen ab 15. Dezember an der Wiener Börse im Dritten Markt und in der Folge auch im Freiverkehr in München notieren. Die Billigung der Prospekte erfolgte durch die Luxemburger Finanzaufsicht; bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) in Wien und der deutschen BaFin erfolgten Notifizierungen.

Die seit 30 Jahren bestehende schilling-Gruppe - Haupteigentümer Josef Schroll und Karl Surma (je 46,67 Prozent) - bündelt in der 2015 durch Umfirmierung neu entstandenen Euges ihr gesamtes Immo-Geschäft. Es sei in der Gruppe derzeit verteilt auf Kommanditgesellschaften und solle mit dem frischen Geld von der Euges herausgekauft werden, sagten die Geschäftsführer Gerhard Kantusch und Jörg Neuhold im APA-Gespräch.

Bisher hat die schilling-Gruppe rund 260 Mio. Euro Projektvolumen mit rund 355.000 Quadratmetern Nettogeschoßfläche bzw. 2.520 Wohneinheiten realisiert - Neuentwicklungen und Revitalisierungen, Eigen- und Fremdprojekte. Euges mache „nachhaltig attraktive und renditestarke“ Immo-Projekte speziell in Stadtrandlagen oder in der Umgebung von Ballungsräumen aus, um sie zu erschließen und zu bebauen, beispielsweise im Umfeld von Wien, aber auch Linz. Wohnungen werden zur Eigennutzung oder als Anlagewohnungen veräußert.

Laut Neuhold hat man in mehreren Bundesländern - Oberösterreich, Tirol, Salzburg - über rund 12 Hektar Flächen vorrätig, die zu 25 bis 30 Prozent bereits über eine Baulandwidmung verfügen. Pro Jahr kann man etwa drei bis vier eigene Projekte mit insgesamt rund 100 Wohnungen abwickeln, so Neuhold. Das entspricht nach Angaben von Kantusch rund 14 bis 15 Mio. Euro bzw. ungefähr 10.000 Quadratmetern Fläche im Jahr.

Im Falle der Vollplatzierung der beiden Anleihen - gedacht ist an institutionelle Investoren, die der Gruppe teils schon länger verbunden sind - sollen die aufgebrachten Mittel binnen acht Wochen als „working capital“ eingesetzt werden. Aktuell zählt die Gruppe laut Kantusch rund 3.500 Investoren, die Wiederzeichnungsquote liege bei 80 Prozent. Die in den Kommanditgesellschaften befindlichen Objekte lässt man durch die Euges herauskaufen, weil KG-Konstruktionen durch die Immo-Ertragsteuer (Immo-ESt) unattraktiver geworden seien. Eine andere Rechtsform als eine GmbH, etwa eine AG, habe man bei der Umgründung nie erwogen.

Bei der WohnWert-Anleihe mit 4,25 Prozent Kupon steht man als Zeichner im ersten Gläubigerrang, ist also besser abgesichert, wie es zur APA hieß. Beim BauWertPapier befinden sich die Investoren lediglich im zweiten Rang, weil es andere erstrangig Besicherte gibt, allerdings beträgt der Zinskupon wegen der höheren Risikostufe 5,5 Prozent. Die Zinsen lege man bereits jeweils für ein Jahr im Voraus auf ein Treuhandkonto, so Kantusch.

Die Emissionserlöse des WohnWertPapier im Volumen von bis zu 25 Mio. Euro sollen in den Erwerb bestehender, rentierlich vermieteter Immobilien investiert werden, die von der Euges mbH im Bestand gehalten werden, hieß es am Sonntagabend in einer Aussendung. Die Mittel aus der Begebung des BauWertPapiers (bis zu 15 Mio. Euro) sollen der Projektentwicklung und Schaffung neuer Quartiere insbesondere in Stadtrandlagen dienen. Neben der klassischen Eigenkapital- und Bankenfinanzierung wolle man sich mit der Emission noch besser und schlagkräftiger aufstellen.

Der Emittent, also die Euges, kann ein bzw. zwei Jahre vor Ablauf der Bonds - die dann jeweils zum Ausgabekurs von 100 Prozent zurückgenommen werden - eine Call-Option ausüben, die Inhaberschuldverschreibungen also vorzeitig zurückkaufen. In dem Fall gibt es dann 3,0 Prozent (zwei Jahre davor) bzw. 1,5 Prozent Aufschlag (ein Jahr davor), also Rückkäufe zu 103 bzw. 101,5 Prozent.

Gezeichnet werden können die zu je 1.000 Euro gestückelten Bonds beim eigenen Vertrieb und bei mehreren Banken - sowie auch online unter www.euges.at, wo auch die Wertpapierprospekte abrufbar sind. Zahlstelle ist die Baader Bank. Sollten die Bonds nicht rasch vollständig gezeichnet werden, bleibt die Begebung als Daueremission weiter geöffnet, bis zu zwölf Monate lang.

Kündigungsrecht haben die Anleihegläuber im Falle unerlaubter Ausschüttungen, bei Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen, beim Verstoß gegen Treuhandpflichten oder bei einer Insolvenz. Weitere Emissionen werden vom Management nicht ausgeschlossen, sind derzeit aber nicht geplant.