Börsianer sehen Konjunktur in Euro-Zone und Deutschland negativer

Berlin (APA/Reuters) - Börsianer bewerten die Konjunktur in der Euro-Zone zum Jahresausklang schlechter als zuletzt. Das entsprechende Barom...

Berlin (APA/Reuters) - Börsianer bewerten die Konjunktur in der Euro-Zone zum Jahresausklang schlechter als zuletzt. Das entsprechende Barometer sank im Dezember um 2,9 auf 31,1 Punkte, wie das Beratungsunternehmen Sentix am Montag unter Berufung auf seine Umfrage unter fast 1000 Anlegern mitteilte. Das war der erste Rückgang nach zuvor drei Anstiegen in Serie.

Zwar schätzen die Experten die Lage so gut ein wie seit über zehn Jahren nicht mehr, doch blicken sie nicht mehr so optimistisch nach vorn. „Strenggenommen ist dieser Rückgang noch kein Beinbruch“, erklärte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner. „Es wäre dann ein Problem, wenn hieraus ein neuer Trend entstehen würde.“

Auch in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland zeigt das Barometer nach unten: Es fiel um 3,3 auf 39,1 Punkte, wobei sowohl die Lage und besonders die Aussichten schwächer bewertet werden. „Die Herbstbelebung ist damit verpufft“, betonte Hübner. Die Anleger würden bei einer Neuauflage der Großen Koalition mit Argusaugen auf die Forderungen der SPD blicken. „Der Preis für Angela Merkels Weiterregieren und damit für Deutschlands Finanzen dürfte hoch sein“, ergänzte der Experte. „Besonders Auslandsinvestoren dürften deshalb sehr genau darauf achten, wie hoch die zusätzlichen Ausgaben ausfallen werden und ob sich Arbeitsmarktbedingungen verschlechtern.“

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Euro-Zone ist im dritten Quartal um kräftige 0,6 Prozent gewachsen, das von Deutschland sogar um 0,8 Prozent. Bisher gehen Ökonomen davon aus, dass im Schlussquartal 2017 ähnliche Wachstumsraten erreicht werden.