Landespolitik

Viel gemacht, aber noch viel zu tun

(Symbolbild)
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Bis auf rund 30 Betten hat die Stadt Innsbruck ihren Strukturplan Pflege vorzeitig erfüllt. Personell bestehe aber Nachholbedarf, sagen die ISD.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Wenn sich gleich drei verschiedene politische Sozialreferenten dieser Tage in einem Innsbrucker Seniorenwohnheim treffen, dann hat das nichts mit einem allfälligen Nikolauskränzchen zu tun. Schon eher mit einer Bilanz über die vergangenen 20 Jahre „Innsbrucker Seniorenwohnheim-Offensive“. Diese hat die Landeshauptstadt nunmehr mit der Fertigstellung des Neubaus Haus A beim Wohnheim Pradl offiziell abgeschlossen. Über 145 Millionen Euro seien in diesem Zeitraum in den infrastrukturellen Aus- und Neubau geflossen, sagte gestern BM Christine Oppitz-Plörer (FI). In Summe stünden der Bevölkerung derzeit 1048 Heimplätze zur Verfügung. Damit habe man den zusammen mit dem Land vereinbarten Strukturplan Pflege 2012–2022 bereits erfüllt. Zumindest so gut wie: Denn rund 30 Plätze würden noch fehlen. Hierfür ein eigenes Heim zu eröffnen, sei aber weder hinsichtlich der Baukosten noch der Wirtschaftlichkeit sinnvoll, hieß es gestern. Dieser kleine Rest werde durch die gemeindeübergreifende Kooperation mit dem Natterer Wohnheim abzudecken sein.

Wider alle aktuellen Unkenrufe aus den Ländern nach Wien, was die Abschaffung des Pflegeregresses betrifft, betonte Landesrat Bernhard Tilg (VP) gestern, dass der für alle Bezirke geltende Strukturplan „richtig war“. Und auch noch immer richtig sei. Allein in den ersten fünf Jahren habe man bereits die mobilen Dienste von 731.000 auf 948.000 Stunden, die medizinischen Pflegestunden von 20.000 auf 34.000 Stunden, die Tagespflege von 161 auf 269 Tage sowie die stationäre Pflege von 5773 auf 6217 Plätze ausgebaut. Und das sei nicht nichts. Von 2000 neuen Pflegeposten seien bereits 1000 besetzt. Tilg ist sich deshalb sicher, nicht nur bei der jetzigen Zwischenbilanz, sondern auch im Jahre 2022 eine „Punktlandung“ hinlegen zu können.

Auch wenn Hubert Inner­ebner gestern nicht auf Partycrasher machen wollte, der drohende Zeigefinger des Geschäftsführers der Innsbrucker Sozialen Dienste (ISD) blieb dennoch nicht aus: „Für uns liegt die Herausforderung in der Bewältigung des Alltages – und das ist schwer genug.“ Denn die Infrastruktur sei das eine, die personellen Ressourcen eine ganz andere Problematik: „Die Babyboomer-Generation ist gerade dabei, in Pension zu gehen. Aber wer wird uns pflegen?“ Man brauche nicht erst nach Deutschland blicken, um zu wissen, was uns blühe, sagt Innerebner.

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