Verwirrung um möglichen Präsidentschaftskandidaten Shafik in Ägypten

Kairo (APA/dpa) - Der ehemalige ägyptische Premier Ahmed Shafik rudert nach seiner Ankündigung, für die Wahl zur Präsidentschaft antreten zu...

Kairo (APA/dpa) - Der ehemalige ägyptische Premier Ahmed Shafik rudert nach seiner Ankündigung, für die Wahl zur Präsidentschaft antreten zu wollen, unter dubiosen Umständen zurück. Nach seiner Rückkehr aus dem Exil in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nach Kairo sagte Shafik dem Sender Dream TV am Sonntagabend, dass er noch immer über eine Kandidatur nachdenke.

„Heute bin ich hier im Land, von daher denke ich, dass es mir frei steht, mich weiter mit dem Thema zu beschäftigen“, äußerte sich Shafik deutlich zurückhaltender als zuvor. Die Wahl soll im April stattfinden.

Der 76-Jährige bestritt Spekulationen, wonach er bei seiner Landung in Ägypten festgenommen worden sei. Zuvor war sein genauer Aufenthaltsort nach seiner Rückkehr für etwa 24 Stunden unklar. Shafiks Rechtsanwältin Dina Adli hatte auf ihrer Facebookseite geschrieben, sie wisse nicht, wo Shafik sich aufhalte und ihr werde kein Zugang zu ihrem Mandanten gewährt. Zuvor hatte sie gesagt, dass er nach fünf Jahren im Exil von den Emiraten nach Ägypten abgeschoben worden sei. Die VAE und Ägypten haben enge Beziehungen.

Shafik sagte Dream TV, er habe sich dafür entschieden, in Kairo zunächst „ein schönes Hotel für ein paar Tage“ zu suchen. Sein Haus müsse nach der Zeit im Ausland erst hergerichtet werden. Bei seiner Ankunft mit einem Privatflugzeug auf dem internationalen Flughafen hatte am Samstag ein Großaufgebot an Sicherheitskräften Shafik abgeschottet. Es gab Anweisungen, dass er mit niemandem sprechen dürfe. Teile seiner Familie begrüßten ihn im VIP-Bereich des Terminals.

Shafik, der als letzter Regierungschef unter dem 2011 gestürzten Langzeitherrscher Hosni Mubarak als Mann des alten Regimes gesehen wird, gilt bei einer Kandidatur als ernst zu nehmender Kontrahent für den großen Favoriten, Staatschef Abdel Fattah al-Sisi. Von diesem wird erwartet, seine Bewerbung für eine zweite Amtszeit demnächst bekannt zu geben. Auch der prominente Menschenrechtsanwalt Chalid Ali hatte seine Kandidatur angekündigt. Allerdings könnte er nicht antreten, wenn ein Urteil gegen ihn wegen obszöner Gesten in der Öffentlichkeit bestehen bleibt.