Houthi-Radio vermeldete Tod von jemenitischem Ex-Präsidenten
Dubai/Sanaa (APA/Reuters) - Der Radiosender des von den schiitischen Houthi-Rebellen kontrollierten Innenministeriums im Jemen hat am Montag...
Dubai/Sanaa (APA/Reuters) - Der Radiosender des von den schiitischen Houthi-Rebellen kontrollierten Innenministeriums im Jemen hat am Montag den Tod des jemenitischen Ex-Präsidenten Ali Abdullah Saleh vermeldet. Dieser hatte sich zuvor von den Houthis als Verbündete losgesagt. Salehs Partei dementierte den Bericht, wonach der frühere Staatschef getötet worden sei.
Salehs Partei sagte der Nachrichtenagentur Reuters, Saleh führe weiterhin seine Rebellen bei Gefechten gegen die Houthis in Sanaa an. Wo sich Saleh derzeit aufhält war zunächst unklar. Die offizielle TV-Station der Houthis wolle in Kürze Bilder von der Leiche Salehs bringen, hieß es im Radio. In den Sozialen Medien zirkulierten Bilder eines Leichnams, bei dem es sich um Saleh handeln soll.
Saleh und Houthi-Chef Abdul Malik al-Houthi waren jahrzehntelang verfeindet gewesen, bis sie sich nach Salehs Abtritt Ende 2011 gegen den aktuellen Präsidenten Abd Rabbu Mansour Hadi verbündeten. Zuletzt hatte das Bündnis jedoch Risse bekommen, was Ängste vor einer neuen Front in dem Konflikt schürte. Bis Sonntag wurden allein bei Kämpfen in Sanaa rund 60 Menschen getötet. Am Samstag erklärte sich Saleh zu Gesprächen mit Saudi-Arabien bereit, welches Hadi unterstützt. Beobachter sehen darin eine mögliche Wende im Bürgerkrieg im Jemen. Die Houthi-Rebellen reagierten freilich erbost auf Salehs Schwenk und sprachen von Hochverrat.