Leichensäcke im Jemen werden laut Helfern knapp

Genf/Sanaa (APA/Reuters) - Die Kämpfe in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa werden nach Angaben von Helfern immer heftiger. In den vergangen...

Genf/Sanaa (APA/Reuters) - Die Kämpfe in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa werden nach Angaben von Helfern immer heftiger. In den vergangenen sechs Tagen seien 125 Tote und 238 Verletzte gezählt worden, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz am Montag in Genf unter Berufung auf drei Kliniken mit.

Gebraucht würden etwa Verbandsmaterial und Treibstoff für Notstromaggregate. Die Krankenhäuser hätten außerdem um Leichensäcke gebeten, sagte eine Sprecherin der Organisation.

Am Montag griffen Kampfflugzeuge der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition erneut Stellungen der schiitischen Houthi-Rebellen in Sanaa an. Damit sollen Kräfte des langjährigen Präsidenten Ali Abdullah Saleh unterstützt werden, der sich am Wochenende von den Aufständischen losgesagt hatte. Bewohnern zufolge sprengten die Houthis auch Salehs Haus im Stadtzentrum. Wo sich der Politiker aufhielt, war unklar. Ein Hörfunksender der Rebellen berichtete, der frühere Staatschef sei getötet worden. Salehs Partei wies das zurück.

Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz kämpft seit fast drei Jahren gegen die vom Iran unterstützten Houthis, um den international anerkannten Präsidenten Abd Rabbu Mansour Hadi wieder ins Amt zu bringen. Trotz der Hilfe auch von den USA und anderen westlichen Staaten hat die Koalition kaum Geländegewinne erzielt. Die Auseinandersetzung gilt als Stellvertreterkrieg zwischen Saudi-Arabien und dem Iran, die beide um die Vorherrschaft in der Region kämpfen.