Seehofer drängt SPD zu Gesprächen über Große Koalition in Berlin
München/Berlin (APA/AFP) - Nach seinem Verzicht auf das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten in wenigen Monaten hat CSU-Chef Horst Seehof...
München/Berlin (APA/AFP) - Nach seinem Verzicht auf das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten in wenigen Monaten hat CSU-Chef Horst Seehofer die SPD zu Gesprächen über eine Große Koalition im Bund gedrängt. Deutschland brauche eine stabile Regierung, wobei die CSU auf eine Große Koalition setze, sagte Seehofer am Montag in München.
Er hoffe, dass es nach dem SPD-Parteitag am kommenden Wochenende „zu zügigen ernsthaften Sondierungen und dann auch zu Koalitionsverhandlungen kommen“ werde.
Über seine eigenen Zukunft sagte Seehofer, er glaube, dass er „in Berlin noch einen wichtigen Beitrag leisten“ könne. Zur Frage, ob er ein Ministeramt im Bund anstrebe, machte der CSU-Chef keine klaren Angaben. „Mein primäres Anliegen ist, dass wir eine arbeitsfähige Regierung zustande bringen“, sagte Seehofer. „Was sich weiter für mich ergibt, werden wir sehen. Für mich muss sich nichts ergeben - die Frage stellt sich jetzt nicht“, fügte er hinzu.
Seehofer will das Amt des Ministerpräsidenten im ersten Quartal des kommenden Jahres an den bayerischen Finanzminister Markus Söder abgeben, selbst aber Parteichef bleiben. Diesem Plan stimmten am Montag sowohl die CSU-Landtagsfraktion als auch der Parteivorstand einstimmig zu. Mitte Dezember soll ein Parteitag zustimmen.
Im Bund gilt nach dem Scheitern der Gespräche über eine Jamaika-Koalition aus Union, FDP und Grünen eine Neuauflage der Großen Koalition aus Union und SPD als mögliche Option. Seehofer ist Verhandlungsführer der CSU in Berlin. Es wird darüber spekuliert, dass er ein Ministeramt übernehmen könnte.