Es regiert die Leidenschaft für den grünen Filz
Die Amateur-WM in Katar verlief nicht ganz nach Wunsch, trotzdem hat der Tiroler Andreas Ploner die Snooker-Profiszene weiter im Fokus.
Von Daniel Suckert
Innsbruck –Es ist ein Drahtseilakt, den Andreas Ploner (Century Snooker Club Innsbruck) jedes Jahr aufs Neue gehen muss. Da ist die große Leidenschaft Snooker, bei der der Innsbrucker auf Amateur-Ebene glänzt, aber der Schritt zu den Profis noch ein sehr großer ist. Und da ist noch das Informatik-Studium, das – wenn es mit dem Sprung zu den Besten der Welt nicht funktioniert – ein Leben nach dem Sport ermöglichen soll. Denn eines ist klar: Vom Snooker leben kann der 24-Jährige (noch) nicht.
Keine Woche ist es her, da stand Ploner bei der Amateur-WM in Katar 12 Tage am grünen Filztisch. „Es ist nicht ganz nach Wunsch verlaufen. Mir hat die Konstanz gefehlt“, erklärte die Nummer zwei der rotweißroten Amateur-Rangliste. Kurz vor dem Achtelfinale war Schluss.
Zeit für „Sightseeing“ blieb abseits wenig. Den berühmten Markt Souq Waqif fand Ploner weniger prickelnd. „Das liegt aber sicher mehr an mir“, ergänzte er mit einem Augenzwinkern.
Das große Geld hätte ihm auch im Falle des Gewinns des WM-Titels nicht gewinkt. Gerade einmal 5000 Euro sind für den Weltmeister drin. Unabhängig vom Kleingeld genießt der Informatik-Student sein Dasein als Snooker-Amateur. Der Innsbrucker konnte heuer schon den Sieg bei den Basel Open holen, beim GST-Turnier in Stuttgart und den dritten Rang bei den Italian Snooker Open in Bozen. Ploner: „Durch die starke Leistung sehe ich weiterhin Verbesserung in meinem Spiel, wodurch ich auf jeden Fall intensiv mit Snooker weitermachen möchte.“
Drei bis sechs Stunden täglich, fünfmal die Woche, schwingt er den Queue beim Training. Und nebenbei geht er seiner zweiten Leidenschaft, der Informatik, nach.
Ohne die Unterstützung des Österreichischen Verbands und auch seiner beiden Kleinsponsoren wäre es nur schwer möglich, der Leidenschaft am grünen Filz nachzugehen. Und weiter das Ziel „Profi-Tour“ vor Augen zu haben. Dafür setzte sich der Tiroler vor über einem Jahr ein Ziel: Mittelfristig müsste der Schritt nach ganz oben gelingen.
Bereits im Jänner (Rankweil) und im Februar (EM in Bulgarien) stehen die nächsten Großereignisse auf dem Programm. Bis dahin wird studiert. Und natürlich trainiert.
„Denn in den letzten Monaten war ich an fast keinem Wochenende zu Hause. Das habe ich jetzt gemerkt: Es war einfach etwas zu viel.“