Olympia: Pyeongchang droht zweitklassiges Turnier
Pyeongchang (APA/dpa) - Am Dienstag will das Internationale Olympische Komitee (IOC) im russischen Dopingskandal entscheiden. Ein kompletter...
Pyeongchang (APA/dpa) - Am Dienstag will das Internationale Olympische Komitee (IOC) im russischen Dopingskandal entscheiden. Ein kompletter Olympia-Ausschluss Russlands hätte heftige Konsequenzen besonders für das Eishockey-Turnier. Es droht ein Turnier ohne „Sbornaja“ und ohne Spieler der zwei stärksten Ligen der Welt, der nordamerikanischen NHL und der russischen KHL.
Deshalb hat sich IIHF-Präsident Rene Fasel gegen die drohende Kollektivbestrafung russischer Sportler und deren Olympia-Ausschluss ausgesprochen. „Das würde viele russische Athleten bestrafen, die nichts mit Doping zu tun hatten“, sagte Fasel vor der IOC-Entscheidung. Der Schweizer war selbst acht Jahre IOC-Exekutivmitglied.
Das IOC will Konsequenzen aus dem russischen Dopingskandal ziehen. Es droht der Komplett-Ausschluss Russlands von den Olympischen Spielen in Pyeongchang (9. bis 25. Februar). Sollte das IOC hart durchgreifen, wäre mit dem russischen Team nicht nur ein Zugpferd nicht dabei. Viel schlimmer wäre der mögliche Boykott der russisch geprägten KHL. Die osteuropäische Liga gilt nach der NHL als die zweitbeste der Welt, in der viele europäische Top-Spieler engagiert sind. „Wenn Russland nicht dabei ist, wird die KHL keine Freigaben erteilen“, meinte Fasel.
Damit droht in Südkorea ein Eishockey-Turnier auf überschaubarem Niveau. Die NHL hatte eine Olympia-Pause für Pyeongchang erstmals seit 1998 bereits abgelehnt, womit Sidney Crosby, Alexander Owetschkin und Co. fehlen.
Sollte Russland ausgeschlossen werden, würde Lettland nachrücken, das beim Olympia-Qualifikationsturnier im Herbst 2016 in Riga hinter Deutschland und vor Österreich Platz zwei belegt hatte. „Im Eishockey wäre es sicher schade, wenn Russland nicht dabei wäre. Aber man muss die Entscheidung respektieren. Wir wollen Doping im Sport nicht, das sind unfaire Wettbewerbsvorteile“, erklärte ÖEHV-Präsident Gernot Mittendorfer gegenüber der APA. „Man muss abwarten, was das IOC als Dokumentation abliefert. Wenn Dopingproben ausgetaucht werden, sind das schon schwere Fouls“, so Mittendorfer.