Osttirol

Lienzer Bergbahnen: TVB und Stadt wollen 800.000 Euro zuschießen

Am Zettersfeld planen die Lienzer Bergbahnen, die bestehende Beschneiungsanlage um rund zwei Millionen Euro auszubauen.
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Bergbahnen wollen Kapital um bis zu 6,9 Mio. Euro aufstocken. Lienz und TVB müssten für Zettersfeld vorerst je 400.000 Euro einbringen, Land prüft.

Von Max Strozzi

Lienz –Über die Ausrichtung der Lienzer Bergbahnen wird schon länger gegrübelt. Wie sieht das Zukunftskonzept aus, wo soll investiert werden? Wie jetzt bekannt wurde, haben die Bergbahnen im Sommer beschlossen, im Lauf der nächsten fünf Jahre das Grundkapital von derzeit 13,8 Mio. Euro um bis zu 6,9 Mio. Euro aufzustocken, um in den kommenden Jahren etwaige Investitionen zu stemmen. „Irgendwann ist das Kapital für künftige Investitionen aufgebraucht. Daher haben wir einen Präventivbeschluss für eine recht großzügige Kapitalerhöhung beschlossen“, bestätigt Thomas Diemling, Aufsichtsratschef der Lienzer Bergbahnen.

Momentan seien aber „eher kleinere Projekte“ in der Pipeline. Zunächst gehe es um eine Investition von rund zwei Millionen Euro für die Erweiterung der bestehenden Beschneiung am Zettersfeld, schildert Diemling. Ein knappes Drittel davon würde durch eine Kapitalaufstockung finanziert werden. Das würde die beiden Hauptaktionäre, TVB Osttirol (TVBO) und Stadt Lienz, mit jeweils rund 400.000 Euro treffen, so Diemling. Die Erweiterung der Beschneiung sei aber erst in Ausarbeitung, fix sei daher noch nichts. „Das Konzept kann erst starten, wenn alle Player zustimmen. Wir müssen ehrlicherweise erst noch unsere Hausaufgaben machen“, sagt Diemling. Die größten „Player“ sind der TVB Osttirol und die Stadt Lienz. Die Stadt habe ihrem Anteil von 400.000 Euro an der Kapitalaufstockung unter der Bedingung zugestimmt, dass die anderen Aktionärsgemeinden (Thurn, Nußdorf-Debant, Gaimberg, Anm.) ihren Anteil mitleisten, erklärt die Lienzer Stadtchefin Elisabeth Blanik (SPÖ).

Was den Beitrag von 400.000 Euro des TVB Osttirol betrifft, hat die Tourismusabteilung des Landes als Aufsichtsbehörde noch ein Wort mitzureden. TVBO-Obmann Franz Theurl sieht keine Probleme, den Betrag zu stemmen. „Der TVB Osttirol ist finanziell gut aufgestellt, wir haben Überschüsse. Die 400.000 Euro sind aus dem momentanen Tilgungspotenzial bedienbar“, sagt Theurl. Der Ausbau der Beschneiung sei für 2018/2019 angedacht.

Also ein Darlehen aufnehmen? Das Land ist da zurückhaltender. „Es ist nicht einfach, zusätzliche Darlehen im Verband aufzunehmen“, erklärt Gerhard Föger, Leiter der Tourismusabteilung in der Landesregierung. Und: Auch wenn TVBO und die Stadt Lienz ihre Summen aufbringen, „sind wir immer noch nicht bei den benötigten zwei Millionen Euro“. Die Causa Erweiterung der Beschneiung am Zettersfeld sei jedenfalls noch nicht auf seinem Tisch gelandet. „Zu dem Thema muss der Tourismusverband erst klare Beschlüsse fassen und er wird auch darstellen müssen, wie man die Mittel aufstellen will. Dann werden wir die Sache beurteilen“, erklärt Föger. Der TVBO habe die Aufgabe, diese Größenordnung auch im Budget darzustellen. „Unserer Ansicht nach ist das Budget eine Herausforderung“, sagt Föger. Wenngleich er einräumt, dass der TVB Osttirol „in Richtung leichter Gesundung unterwegs“ sei und sich in nächster Zeit mit größeren Investitionen zurückhalten wolle. Die Beschneiung am Zettersfeld sehe er positiv. „Man wird aber auch das Gesamtszenario darstellen müssen, auch was die Weiterführung am Hochstein betrifft“, so Föger.

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Catharina Oblasser

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