Bezirk Imst

„Leergefegt“: Arzl probiert’s mit Parkgebühr-Senkung

Seit der Einführung der Gebührenpflicht beim Pitztaler Kreisverkehr gibt es viel weniger parkende Autos. Der Gemeinderat glaubt, mit einer Senkung der Gebühren wieder einen volleren Parkplatz zu bekommen.
© Paschinger

Ab dem 1. Jänner verlangt die Gemeinde für das Ganztagesparken am Pitztaler Kreisverkehr nur noch einen statt der bisherigen zwei Euro.

Von Alexander Paschinger

Arzl i. P. –Derzeit stehen in den Gemeinden die Gebührenverordnungen an. Dass alles dabei teurer wird, stimmt so nicht ganz. Etwa in Arzl: Dort werden beispielsweise die Parkgebühren am Pitztaler Kreisverkehr sogar gesenkt. Und das deutlich: Denn von zwei auf einen Euro zurückzugehen, bedeutet doch eine Reduktion von beachtlichen 50 Prozent. Ab 1. Jänner 2018 tritt diese Verordnung nun in Kraft – das beschloss das Arzler Gemeindeparlament nach eingehender Diskussion einstimmig. Dafür sollten aber künftig Parkgebührenprellern härtere Strafen drohen.

Knapp 6000 Euro investierte Arzl 2013 in den Parkautomaten.
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Gebührenpflichtig wurde der Parkplatz 2013. „Damals war der Platz immer hoffnungslos zugeparkt“, schildert Bürgermeister Josef Knabl. Kein Wunder: All jene Pitztaler Arbeitnehmer, die auf der Bundesstraße in ein Firmenauto umsteigen wollten, stellten hier ihren Privat-Pkw ab. Arzl nahm für die Umrüstung einiges an Geld in die Hand: Allein der Parkscheinautomat „kostete rund 6000 Euro“, so Knabl. Und auch die Reinigung des Parkplatzes stellt einen Kostenfaktor dar: Diese wird von der Lebenshilfe erledigt. Der Kostenpunkt liegt bei jährlich 1000 Euro, wobei die Hälfte vom TVB beigesteuert wird.

„Die zwei Euro für einen Tag parken waren aber offensichtlich doch etwas zu viel“, erklärt der Dorfchef, „seitdem ist der Parkplatz meist wie leergefegt.“ Auch die Zahlungsmoral sei seit Einführung der Gebührenpflicht nicht die beste gewesen. Der Parkautomat selbst habe sich zwar durch „11.000 Euro an Einnahmen“ amortisiert“, sagt Knabl. Aber bei den Kontrollen durch einen Gemeindebediensteten wurde festgestellt, dass „ungefähr die Hälfte der abgestellten Fahrzeuge“ keinen Parkschein aufwiesen. Dafür setzte es bislang eine Strafe von 20 Euro.

Das sollte künftig allerdings teurer werden: Wer nämlich ab 1. Jänner nicht bereit ist, einen Euro in den Parkschein zu investieren, der muss mit einer Strafe von 25 Euro rechnen. Sollte der Parksünder dann immer noch nicht bereit sein, diese Schuld zu begleichen, dann kann es richtig teuer werden. „Wir würden als letzte Konsequenz auch eine Besitzstörungsklage ins Auge fassen“, so der Dorfchef. Und das wäre dann schon ziemlich happig: Knabl spricht in diesem Fall schon von 245 Euro, die fällig werden.

„Wir werden das natürlich entsprechend mit Hinweisschildern kundtun“, betont der Arzler Bürgermeister.

In Diskussion waren freilich mehrere Varianten gestanden: Insgesamt bewertete der Arzler Gemeinderat vier Szenarien, wobei man auch Monatskarten oder sogar Gratis­parken für Arzler Bürger ins Auge fasste. „Das wäre aber zu kompliziert zum Kontrollieren“, argumentiert Knabl den einen Euro für alle.

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