Bezirk Schwaz

“Caffè Sospeso“ in Schwaz für jene, die nicht viel haben

© Fankhauser

In vier Schwazer Kaffeehäusern gibt es seit heute „Caffè Sospeso“. Damit spendiert man jenen, die nicht viel haben, ein Stück Genuss.

Von Eva-Maria Fankhauser

Schwaz –Für viele ist ein Cappuccino oder ein Espresso in einem Kaffeehaus nichts Besonderes. Das gehört zum Alltag. Für manch andere ist es ein Luxus, den man sich nur selten oder gar nie gönnt. Und genau das möchten Monika und Gerhard Geiger von der Caritas Gruppe St. Barabara in Schwaz ändern.

Mit einem so genannten „Caffè Sospeso“ bestellt und bezahlt man zwei Tassen Kaffee. Eine davon trinkt man selbst. Die andere spendiert man jemandem, der sie sich selbst nicht leisten kann. „Diese Idee kommt aus Neapel. In Italien macht man das schon seit vielen Jahren. Da gibt es eine Tafel hinter der Bar, wo eine Strichliste für Caffè Sospeso geführt wird. Das sind übersetzt ‚aufgeschobene‘ Kaffees, die dann ärmere Leute spendiert bekommen“, erklärt Hanna Eberharter (Praktikantin „dieLengenfelder“). Sie hat das Design für die Gutscheinkarten übernommen. Monika Geiger hat erstmals einen Caffè Sospeso in Lienz getrunken und die Idee nach Schwaz mitgenommen: „Das können wir hier auch gut gebrauchen.“

Anstatt einer Strichliste wird pro bestelltem Caffé Sospeso ein Gutschein des Kaffeehauses ausgestellt. Den holt dann die Caritas Gruppe bei den vier teilnehmenden Cafés in Schwaz ab und beim Barbarasozialladen werden die Gutscheine an bedürftige Menschen vergeben. „Wir wollen über den Tellerrand hinausschauen und auch Senioren oder Menschen, die nicht in den Sozialladen kommen, einbeziehen“, sagt Geiger.

Mit an Bord sind bisher das Café Central, die Kaffeemacher, die Bäckerei Hueber und Ezeb. „So eine Aktion muss erst wachsen. Vielleicht kann man das dann auch im Sommer mit einem ‚Eis Sospeso‘ weiterentwickeln“, sagt Gerhard Geiger. Die Initiative soll nämlich keine Adventidee sein, sondern übers ganze Jahr Wärme und Freude schenken.

„Ein Kaffeehaus ist ein Kommunikationszentrum. Für manche ist es Luxus, sich einen Kaffee leisten zu können. Wir wollen aber, dass alle am sozialen Leben teilhaben können“, sagt Astrid Burmann von „die Kaffeemacher“. Claudia Grauss von der Marken­agentur „dieLengendfelder“ unterstützt die Aktion: „Armut sieht man den Leuten oft nicht an und dem Gutschein sieht man auch nicht an, dass es ein Caffè Sospeso ist.“

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