Weltweit wird zu wenig fürs Alter angespart

Wien (APA) - Anleger auf der ganzen Welt sorgen nicht ausreichend fürs Alter vor - zumindest sind sie selbst dieser Meinung. Sowohl die noch...

Wien (APA) - Anleger auf der ganzen Welt sorgen nicht ausreichend fürs Alter vor - zumindest sind sie selbst dieser Meinung. Sowohl die noch Aktiven als auch die Pensionisten meinen, sie hätten mehr für den letzten Lebensabschnitt ansparen sollen, ergab eine Umfrage unter 22.000 Investoren in 30 Ländern für die Schroders Global Investor Study 2017.

Diejenigen, die den Ruhestand noch vor sich haben, sparen nach eigenen Angaben 11,4 Prozent ihres Jahreseinkommens, glauben aber, dass sie 13,7 Prozent auf die Seite legen sollten. Und zwei Drittel (66 Prozent) der schon in Pension Befindlichen wünschen, sie hätten mehr fürs Alter gespart. Von diesen 66 Prozent denken 22 Prozent, sie hätten wesentlich mehr zurücklegen sollen. Dieser Trend sei in allen Ländern weit verbreitet, ganz besonders in Asien, erklärte Schroders am Dienstag in einer Aussendung.

Während weltweit 66 Prozent der Rentner erklärten, sie hätten mehr sparen sollen, lag dieser Anteil in Österreich bei 44 Prozent, in Deutschland bei 43 Prozent, dagegen in Italien bei 59 und den USA bei 68 Prozent. Im Schnitt legen Anleger, die den Ruhestand noch vor sich haben, 11,4 Prozent ihres Einkommens auf die Seite - in Europa 9,9 Prozent, in Asien 13,0 und in Nord- und Südamerika 12,5 Prozent.

Der Grund für den in Österreich - und auch Deutschland - so hohen Zufriedenheitsgrad mit dem Ausmaß des eigenen Ansparens könnte wohl auch in der hier vergleichsweise hohen Versorgung über staatliche Pensionen liegen. In Europa insgesamt machen staatliche Renten den größten Anteil des erwarteten oder tatsächlichen Pensionseinkommens aus, wobei auf Länderebene der Anteil mit 43 Prozent in Österreich am höchsten ist, gefolgt von Deutschland mit 34 Prozent sowie Polen und Portugal mit je 32 Prozent.

Im Schnitt glauben die befragten Anleger, dass sie 13,7 Prozent sparen sollten, um im Ruhestand angenehm leben zu können. In Europa sind es 12,0 Prozent, in Asien 15,3 und in Nord- und Südamerika 15,0 Prozent. Schroders betont, dass man nicht früh genug damit anfangen könne, für den Ruhestand anzusparen. Die Analyse zeige, dass jemand, der mit 30 begonnen hat, fürs Alter vorzusorgen, jährlich circa 15 Prozent sparen müsste, wenn er mit 60 Jahren bei 50 Prozent seines Gehalts in Pension gehen wolle. Die online befragten Personen waren ausnahmslos aktive Anleger, alle haben in den letzten zehn Jahren Änderungen an ihren Investments vorgenommen und würden in den nächsten zwölf Monaten mindestens 10.000 Euro (bzw. den entsprechenden Gegenwert) investieren, so Schroders.

Die wichtigsten Einnahmequellen, aus denen im Ruhestand geschöpft werden kann, sind laut Umfrage Ersparnisse und Geldanlagen mit 20 Prozent, gefolgt von staatlichen Renten und Pensionen mit 19 Prozent sowie Zuflüsse aus betrieblicher Altersvorsorge mit 18 Prozent. Danach kommen mit 12 Prozent private Altersvorsorge und mit 7 Prozent Immobilien (Miet-/Pachteinnahmen). Geld-Unterstützungen durch Angehörige steuern 7 Prozent bei, Teilzeitbeschäftigung 6 Prozent, Erbschaften 5 Prozent und ein Eigenheimverkauf 4 Prozent.