Luftfahrtbranche hofft 2018 dank guter Konjunktur auf Rekordgewinn
Genf (APA/sda/reu/dpa) - Die internationale Luftfahrtindustrie setzt dank anziehender Weltwirtschaft und kräftiger Nachfrage für 2018 auf ei...
Genf (APA/sda/reu/dpa) - Die internationale Luftfahrtindustrie setzt dank anziehender Weltwirtschaft und kräftiger Nachfrage für 2018 auf ein Rekordergebnis. Der Gewinn dürfte um 11 Prozent auf 38,4 Mrd. Dollar (32,4 Mrd. Euro) steigen, erklärte der weltweite Branchenverband IATA am Dienstag.
Schon 2017 dürften sie mit insgesamt 34,5 Mrd. Dollar gut 3 Mrd. Dollar mehr verdienen als im Sommer gedacht, so der Dachverband der Fluggesellschaften. Das wäre fast so viel wie im bisherigen Rekordjahr 2015, trotz der jüngsten Pleiten wie bei Air Berlin und Alitalia.
Die Durchschnittserlöse pro Passagier dürften im nächsten Jahr nach sechs Rückgängen in Folge erstmals wieder klettern. Die IATA rechnet hier mit einem Plus von 3 Prozent. „Die Rentabilität der Branche ist auf einem recht nachhaltigen Kurs“, sagte Chefökonom Brian Pearce.
Die Zahl der Passagiere werde weiter rasant steigen: von weltweit 3,8 Milliarden Passagieren im vergangenen Jahr auf voraussichtlich 4,1 Milliarden in diesem und 4,3 Milliarden im nächsten Jahr, prognostiziert die IATA. Wegen steigender Kosten für Treibstoff, Löhne und Flughafengebühren dürften Tickets aber im Durchschnitt um 3 Prozent teurer werden, erklärte Pearce. Der Anstieg stehe im Einklang mit der allgemeinen Inflation.
Das Frachtvolumen steigt ebenfalls weiter. 2017 rechnet die IATA auch dank des wachsenden Onlinehandels mit dem Rekordwert von 59,9 Millionen Tonnen, nach 53,9 Millionen im vergangenen Jahr (+9,3 Prozent). 2018 erwartet die IATA 62,5 Millionen Tonnen Fracht (+4,5 Prozent).
Der Branchenverband - in ihm sind etwa 275 Fluggesellschaften organisiert, die mehr als 80 Prozent des weltweiten Flugverkehrs ausmachen - befürchtet unterdessen ein „Desaster“ für britische Fluggesellschaften, sollte es im Zuge der Verhandlungen um einen EU-Ausstieg Großbritanniens zu einem harten Brexit kommen.
Scharfe Kritik äußerte die IATA zu dem bei Passagieren in der EU populären Anspruch auf Entschädigung bei Flugverspätungen. Die EU lege den Airlines eine teure Bürde auf, die nichts dazu beitrage, die Gründe für Verspätungen aus den Weg zu räumen, sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac.
Man brauche international einheitliche Standards. Die EU sei zu weit gegangen. „Wir warnen die anderen Regierungen der Welt davor, die Fehler der EU zu kopieren“, sagte er.