Olympia: Reaktionen zur IOC-Entscheidung 1 - Bach, Stoss, Schmid

Pyeongchang (APA/Reuters/dpa) - Reaktionen zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Russland von den Olympischen Win...

Pyeongchang (APA/Reuters/dpa) - Reaktionen zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Russland von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang auszuschließen, aber nachweislich saubere, eingeladene russische Sportler unter Olympischer Flagge zuzulassen.

Thomas Bach (IOC-Präsident): „Es handelt sich um einen nie dagewesenen Angriff auf die Integrität der Olympischen Spiele und des Sports. Diese Entscheidung soll einen Strich ziehen unter die verheerende Episode. Alle sauberen Athleten werden unter streng definierten Bedingungen teilnehmen dürfen. Sie können in Pyeongchang eine Brücke bauen. Ein Olympia-Boykott hat nie etwas gebracht. Ich sehe auch keinen Grund für einen Boykott russischer Sportler, weil wir sauberen Athleten erlauben teilzunehmen.“

Karl Stoss (ÖOC-Präsident): „Wir begrüßen das klare Bekenntnis des IOC für einen Schutz der sauberen Athleten. Dass einzelne Athleten - unter strengen Auflagen - Starterlaubnis erhalten, macht aber natürlich Sinn: Wer über einen längeren Zeitraum nachweislich fair gespielt hat, das heißt nach internationalen Regeln, dazu unbescholten ist, verdient auch eine faire Behandlung.“

Samuel Schmid (Vorsitzender der Kommission zur Untersuchung des russischen Dopingsystems): „Wir haben eine solche Form des Betrugssystems vorher noch nie gesehen. Das russische Dopingprogramm ist ein beispielloser Schaden für den Olympismus und den Sport. Die Ergebnisse beruhen nicht nur auf den Aussagen von Rodschenkow. Sie stehen auf einem festen Fundament.“

USOC (Olympisches Komitee der USA via Twitter): „Das IOC hat eine starke und prinzipientreue Entscheidung getroffen. Es gab keine perfekten Optionen, aber diese Entscheidung wird es eindeutig weniger wahrscheinlich machen, dass dies jemals wieder passiert.“

Alfons Hörmann (Präsiden des Deutschen Olympischen Sportbundes): „Ein guter Tag für den Weltsport. Es ist eine ausgewogene Entscheidung. Auf der einen Seite drakonische Strafen für die Strippenzieher und des russischen NOK, aber auch Wahrung der Rechte hoffentlich sauberer individueller Athleten auf der anderen Seite.“

Alexander Schubkow (Präsident des russischen Bob-Verbands; Schubkow wurden beide Goldmedaillen von Sotschi 2014 aberkannt, er ist lebenslang für Olympia gesperrt): „Ich bin einfach geschockt, was passiert ist und von der Entscheidung von Thomas Bach unser Land und unsere Sportler betreffend.“

Dmitri Swischtschew (Präsident des russischen Curling-Verbands): „Ich betrachte diese IOC-Entscheidung als unprofessionell. Ich bin überzeugt, dass sie unter Druck gemacht worden ist. Irgendwer brauchte, dass Russland nicht an den Spielen teilnimmt. Diese Entscheidung kann und sollte man anfechten, denn sie bestimmt über das Schicksal einer ganzen Generation von Sportlern und Trainern.“