Wörgler Stadtwerke wollen ein Holzkraftwerk bauen
Im Bereich des Wertstoffhofes sollen in Zukunft aus Biomasse Strom und Wärme gewonnen werden. Das Projekt kostet ca. drei Mio. Euro.
Von Michael Mader
Wörgl –Die Stadtgemeinde Wörgl könnte ihrem Ziel, Energieautonomie bis zum Jahr 2050, wieder ein Stück näher kommen: Die Stadtwerke haben nämlich um die Errichtung und den Betrieb eines Holzkraftwerkes angesucht, heute findet dazu die gewerberechtliche Verhandlung statt.
Auf eigenem Grund beim Wertstoffhof in Wörgl soll das Kraftwerk errichten werden. Dabei wird aus Biomasse Holzgas gewonnen, welches in einem Gas-Blockheizkraftwerk zur Produktion von elektrischer Energie eingesetzt wird. Neben Strom soll aber auch die entstehende Abwärme zur Einspeisung in das städtische Fernwärmenetz genutzt werden. „Als drittes Produkt entsteht Biokohle, die für die Landwirtschaft als Düngemittel wichtig ist“, ergänzt Stadtwerkedirektor Reinhard Jennewein. Das Verfahren habe ein Professor vom MCI entwickelt. „Also eine Innovation made in Tirol. Derzeit haben nur die IKB so ein Kraftwerk beim Klärwerk Rossau in Betrieb, beim Klärwerk in Schwaz ist ein Versuch im Laufen“, ergänzt Jennewein.
Der Stadtwerkedirektor möchte, dass Biomasse aus der Region eingekauft wird, der maximale Wassergehalt des Holzes darf aber nur 15 Prozent betragen. Im westlichen Gebäudeteil der Anlage sind deshalb drei offene Boxen zur Trocknung der Biomasse vorgesehen.
Das Holzgaskraftwerk ist in einem fast 13 Meter hohen Gebäude untergebracht. Die Zufahrt erfolgt von Norden über einen bereits bestehenden Weg. Das Holzgaskraftwerk soll das ganze Jahr rund um die Uhr betrieben werden. Die Anlieferungen der Biomasse sollen nur an Werktagen durchgeführt werden. „Die Anlieferung erfolgt mittels Lkw oder Traktor. Die Biomasse wird dabei direkt in den Bunker eingelagert. Bei Vollauslastung ist von einer durchschnittlichen Anlieferung von vier Lkw-Ladungen pro Woche auszugehen. Das Umlagern von den Trocknungsboxen in die Wochenbox erfolgt durch Fremdfirmen, wobei dabei Radlader oder Traktoren mit Frontlader zum Einsatz kommen“, heißt es in der Kundmachung der BH Kufstein.
Die Kosten für das Kraftwerk betragen ca. drei Millionen Euro, wobei Jennewein betont, dass erst nach einer Bewilligung durch die Bezirkshauptmannschaft ein Ansuchen an die OeMAG, die Abwicklungsstelle für Ökostrom, gestellt werde: „Denn ohne eine entsprechende Förderung ist das Kraftwerk derzeit nicht wirtschaftlich zu führen.“ Gibt die Stelle grünes Licht, könne frühestens ab 1. Jänner 2019 gestartet werden – die zur Verfügung stehenden Kontingente für das Jahr 2018 sind laut Jennewein bereits ausgeschöpft worden.