Olympia: Pressestimmen zu Russlands Ausschluss 1 - GER, SUI

Hamburg/Zürich (APA) - Internationale Pressestimmen zu Russlands Ausschluss von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea:...

Hamburg/Zürich (APA) - Internationale Pressestimmen zu Russlands Ausschluss von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang/Südkorea:

Deutschland:

„Süddeutsche Zeitung“: „Eine schmerzhafte Strafe? Der Sanktionskatalog des IOC für russische Sportler bei den Winterspielen in Südkorea ist reich an weichen Bestimmungen und Schlupflöchern. Dafür bringt die Sperre für Fußball-Funktionär und WM-Chef Mutko den Weltverband Fifa arg in Bedrängnis.“

„Hamburger Abendblatt“: „Mit der Entscheidung, russische Athleten im Februar nur unter neutraler Flagge bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang (Südkorea) starten zu lassen, hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) am Dienstagabend Geschichte geschrieben. Nie zuvor war ein Land wegen vom Staat gelenkten Dopings seiner Athleten vom größten Sportereignis der Welt ausgeschlossen worden. Ein fauler Kompromiss ist das Urteil dennoch.“

„Stuttgarter Zeitung“: „Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und sein Präsident Thomas Bach haben Wort gehalten - endlich. In der Vergangenheit hatten die Herren der Ringe immer wieder versprochen, hart und schonungslos gegen Doping vorzugehen, ohne diesen Ankündigungen wirkungsvolle Taten folgen zu lassen. Das hat sich nun geändert: Russland kam zwar um die Höchststrafe herum und wurde nicht komplett mit allen Athleten von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgeschlossen. Und dennoch hat das IOC ein klares Zeichen gesetzt. Gegen Doping. Gegen Betrug. Gegen Manipulation. Für den sauberen Sport.“

„Abendzeitung“: „Russland ist im größten Doping-Skandal der letzten Jahrzehnte um die Höchststrafe herumgekommen, muss aber dennoch kräftig büßen.“

„Bild“: „Der Super-GAU für Präsident Putin.“

Schweiz:

„Blick“: „Thomas Bach sei der schwächste Präsident, den das Internationale Olympische Komitee je hatte. So lästerten Kritiker vor Olympia 2016, als der Deutsche die russischen Sportler nicht kollektiv von den Spielen in Rio ausschloss. Den Entscheid feige an die Sport-Fachverbände delegierte. Der gleiche Bach hat jetzt die Notbremse gezogen. Obwohl die Beweise gegenüber einem Jahr die gleichen geblieben sind, konnten er und ‚sein‘ IOC nicht mehr anders. Nähe zu Putin hin oder her der Druck der Öffentlichkeit war zu groß.“

„Tagesanzeiger“: „Die russischen Olympioniken gaben sich vor dem wegweisenden IOK-Entscheid erstaunlich sicher. So stellten sie jüngst ihre Olympiakollektion für die Winterspiele von 2018 vor. Das olympische Komitee twitterte gar Bilder, auf denen die Pullover der Models folgenden Schriftzug trugen: ‚I don‘t do doping.‘ Tun sie doch, fand gestern aber die Exekutive des IOK - und zwar so systematisch und über so viele Jahre, dass es das russische olympische Komitee suspendierte. Die Nation Russland wird an den Winterspielen vom kommenden Februar darum nicht am Start sein.“

„Neue Zürcher Zeitung“: „Das Internationale Olympische Komitee (IOK) schließt Russland von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang aus. Das ist ein überraschend hartes Urteil, auch wenn vereinzelte russische Athleten unter neutraler Flagge starten können. Diese müssen aber nachweisen, dass sie unbelastet sind und sich einem unabhängigen Kontrollprogramm unterworfen haben. Mit der Suspendierung Russlands beugt sich das IOK dem immensen öffentlichen Druck; sein Entscheid offizialisiert das Faktum, dass es in Russland rund um die Spiele 2014 in Sotschi ein staatlich organisiertes Doping-Betrugssystem gab.“