Ärztemangel bleibt in Wörgl ein Thema
In Wörgl wird seit April nach einem Vertragsfacharzt für Frauenheilkunde gesucht. Bislang verliefen die Ausschreibungen ohne Erfolg.
Wörgl –Ein werdender Vater aus Wörgl kann es nicht verstehen: „Meine Frau muss zur Untersuchung in eine andere Stadt fahren, es sei denn, wir gehen zum Wahlarzt und zahlen dazu“, zeigt er gegenüber der TT ein Problem auf, das nicht nur im Unterland immer gravierender wird.
In Wörgl gibt es bereits seit April dieses Jahres keinen Vertragsarzt für Frauenheilkunde mehr. Damals legte der frühere Kassenfacharzt seinen Vertrag zurück. Bereits mehrmals habe man die Stelle in Wörgl ausgeschrieben, aber bislang ohne Erfolg, wie man seitens der Ärztekammer gegenüber der TT erklärt. Das Verhältnis Vertragsfacharzt zu Wahlfacharzt beginnt sich immer mehr zu drehen. Laut einer Erhebung der Ärztekammer (Stand 30. Dezember 2016) sind bereits 46 Prozent der Allgemeinmediziner Wahlärzte. Also Ärzte, wo der Patient einen Selbstbehalt bezahlen muss. Bei den Fachärzten überwiegt ganz klar die Zahl der Wahlärzte.
Auch Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner ist das Problem durchaus bewusst, „wir sind dran“, sagt sie. Seit Jahren, weiß Wechner, habe der nun als Wahlarzt arbeitende frühere Vertragsmediziner nach einem Nachfolger gesucht, zeigt sie die Dimension auf.
Dran ist auch die Stadt Kufstein. Hier kann die Ärztekammer zumindest einen Erfolg mit der Nachbesetzung eines Hautarztes berichten. Auch eine der zwei vakanten Stellen für Allgemeinmedizin wird mit Jänner nachbesetzt. Aber jemanden für die zweite noch offene Stelle zu finden, gestaltet sich schwierig. (wo)