Gute Geschichte: Moderne Herbergsuche in Tirol
Mit dem Projekt Shakan unterstützt das Rote Kreuz Tirol junge Erwachsene bei der oft schwierigen Suche nach der ersten eigenen Wohnung oder Wohngemeinschaft.
Innsbruck –Die erste eigene Wohnung. Das bedeutet so viel mehr als nur ein Dach über dem Kopf zu haben – ein Kraftplatz zum Ausruhen nach einem arbeitsreichen Tag, Unabhängigkeit, ein selbstbestimmtes Leben, Verantwortung, Zuhause. Für junge Menschen ist dieser Schritt ein wichtiger Weg in die Selbstständigkeit. Jedoch ist die Wohnungssuche nicht immer einfach. Besonders für Menschen mit Fluchthintergrund.
Alireza kam mit 16 Jahren zusammen mit seinem Cousin von Afghanistan nach Österreich. Bis zu seinem 18. Geburtstag wohnte er in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge der Tiroler Sozialen Dienste. In dieser Zeit konnte er ein Gymnasium besuchen. Der junge Mann spricht schon sehr gut Deutsch und möchte eine Maurerlehre beginnen. Mit seinem 18. Geburtstag rückte der Auszug aus dem vertrautem Heim näher. Bei der Suche nach einer eigenen Wohnung unterstützten ihn die MitarbeiterInnen vom Projekt Shakan des Roten Kreuzes Tirol. Das Rote Kreuz sucht passende Wohnungen, mietet sie an und stellt sie dann den ehemals unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen zur Verfügung.
Alireza hatte einige Bedenken vor seinem Auszug. Nicht nur die Tatsache, das vertraute Umfeld hinter sich zu lassen und den Alltag alleine zu meistern, sondern auch die Wohnungssuche machte ihm große Sorgen. „Besonders wenn man noch keine Arbeit gefunden hat, ist es sehr schwer, etwas zu bekommen“, meint er. Dass er nun seine erste eigene Wohnung beziehen kann, ist ihm sehr wichtig: „Das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Jetzt kann ich mich auf meine Ausbildung konzentrieren.“ Er freut sich darauf, sich hier sein Leben aufbauen zu können. (TT)