Europas Leitbörsen zu Mittag einheitlich tiefer
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - An Europas Aktienmärkten ist es am Mittwoch weiter abwärts gegangen. Die Schwäche der Überseebörsen drückt...
Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - An Europas Aktienmärkten ist es am Mittwoch weiter abwärts gegangen. Die Schwäche der Überseebörsen drückte auch europaweit auf die Stimmung der Anleger.
Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,70 Prozent auf 3.545,55 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.10 Uhr mit 12.917,78 Punkten und minus 1,00 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London verlor leicht um 0,12 Prozent und steht nun bei 7.318,90 Stellen.
Während Asiens Börsen zur Wochenmitte unter anderem der schwache Kupferpreis zu schaffen machte, litten die US-Börsen am Vortag unter Ernüchterungserscheinungen hinsichtlich der von Präsident Donald Trump geplanten Steuerreform, kommentierten Marktbeobachter.
Die jüngste Euphorie über die Steuerreform ist verflogen, da diese die US-Notenbank Fed zwingen könnte, das Tempo der Zinsanhebungen zu erhöhen, kommentierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. Er sieht derzeit aber lediglich eine Verschnaufpause an den Börsen und nicht den Beginn einer Korrektur.
Während sich europaweit die Chemiebranche besonders schwach zeigte, gab es nur einen einzigen Sektor mit Kursgewinnen: der Immobiliensektor. Das lag nicht zuletzt an Nachrichten aus Großbritannien.
Mitten im Brexit-Wirbel bahnt sich dort eine Milliardenübernahme an. Hammerson will seinen Rivalen Intu Properties für rund 3,4 Milliarden britische Pfund schlucken. Bargeld soll dabei nicht fließen. Die Intu-Aktionäre sollen stattdessen neue Hammerson-Aktien erhalten.
Während die Aktien von Hammerson im „Footsie“ um 1,50 Prozent nachgaben, gewannen die von Intu Properties etwas mehr als 20 Prozent. Im Gefolge gab das weiteren britischen Immobilienwerten wie Land Securities, Derwent London, British Land oder auch Great Portland Estates Auftrieb, die zwischen 1 und 2 Prozent stiegen.
Der Rückversicherer Swiss Re übernimmt für 650 Millionen Pfund insgesamt 1,1 Millionen Lebensversicherungspolizzen der britischen Legal & General und baut so das Geschäft der Tochter ReAssure mit geschlossenen Polizzen in Großbritannien aus. Die Papiere des Schweizer Unternehmens sanken zuletzt um 0,94 Prozent, die von Legal & General gaben um 0,83 Prozent nach.
Ansonsten bewegten vor allem Umstufungen Einzelaktien. Merrill Lynch äußerte sich zur europäischen Pharmabranche und empfiehlt nun die Aktie von Novo Nordisk zum Kauf. Gelobt wurden vor allem die attraktiven Marktaussichten von Diabetes-Medikamenten, welche die Wirkung des Darmhormons GLP-1 nachahmen. Die Papiere von Sanofi senkte die US-Investmentbank auf „Neutral“ und die von Novartis auf „Underperform“. Während die beiden letztgenannten Papiere jeweils um rund 1 Prozent nachgaben, legten die von Novo Nordisk im Stoxx-50 um 4,3 Prozent zu.
AB Inbev litten mit minus 2 Prozent unter einer negativen Studie von JPMorgan. Die Ära überdurchschnittlichen Wachstums beim Brauereikonzern sei zu Ende, schrieb Analyst Komal Dhillon. Zudem hält er die Anleger etwa mit Blick auf eine Trendwende in Brasilien für zu optimistisch.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA224 2017-12-06/12:21